Historisches Tastenfest

So.,6.November 2022, 11h bis 22h

Eine Veranstaltung im Rahmen des Regionalen Festivals „Klavier entlang der Rur“

Instrumentenausstellung – Vortrag – Podiumsdiskussion – Konzert

Michael Borgstede – Englisches Tafelklavier
Avinoam Shalev – Zweimanualiges Deutsches Cembalo und Hammerflügel
Markus Märkl – einmanualiges Flämisches Cembalo
Luca Quintavalle – Italienisches Cembalo
Eva Maria Pollerus – Clavichord
außerdem: Moderner Flügel Steinway B
Egon Zähringer – Klavierbaumeister und -stimmer

Ausstellung: Tasteninstrumente vom 17.- 21.Jahrhundert
von 11h bis 14h mit CD-Verkauf
Die fünf Tastenspieler stellen ihre Instrumente vor in vier Räumen der Kulturfabrik.

Vortrag: Der Klavierbauer Egon Zähringer über „Die Geschichte der Klaviermechanik“
von 15h bis 16h (eventuell mit Mechanikmodellen der Sammlung Dohr)

Podiumsdiskussion der 5 Tastenspieler unter Leitung von Prof.Michael Borgstede
von 16h bis 17h

Einlass Konzert: 19h
Konzertbeginn: 19.30h
Auf der Bühne: 7 Instrumente und 5 Spieler: Im Konzert spielt jeder der fünf Tastenspieler mindestens einen Solobeitrag. Zu hören gibt es barocke , klassische, zeitgenössische und improvisierte Musik.


„Klavier an der Rur“ wird in in diesem Jahr in Düren als ganztägiges Historisches Tastenfest gefeiert. Sage und Schreibe fünf hervorragende Tastenspieler und Experten der Historischen Aufführungspraxis stellen ihre privaten Instrumente in der Kulturfabrik Becker&Funck vor. Aus Köln kommt mit seinem Hammerflügel Michael Borgstede, Professor für Cembalo und Generalbass der Kölner Musikhochschule; sein Kollege Gerald Hambitzer, auch er Professor für Historische Tasteninstrumente an der HTML Köln, bringt sein Clavichord mit. Ebenfalls aus Köln kommt der Cembalist Markus Märkl mit seinem frühbarocken, flämischen Cembalo, improviesiert im Konzert dann allerding auf einem modernen Flügel. Aus Düsseldorf kommt der italienische Cembalist Luca Quintavalle mit seinem italienischen zweimanualigen Cembalo und zeitgenössischer Musik; last but not least fährt aus Berlin der in Israel gebürtige Avinoam Shalev  mit seinem großen deutschen Cembalo an. Er ist der neue Professor für Historische Tasteninstrumente an der Universität der Künste in Berlin. Von 11 bi 14 Uhr werden die Tastenspieler ihre sehr unterschiedlichen Instrumente in der Fabrik ausstellen und stehen für Fragen zur Verfügung. Um 15 Uhr hält der Klavierbauer Egon Zähringer im Saal der Fabrik einen Vortrag über „Die Geschichte der Klaviermechanik“, an den sich um 16 Uhr direkt eine Podiumsdiskussion der fünf Cembalisten unter der Moderation von Prof.Michael Borgstede anschließt. Um 19.30Uhr beginnt dann das Konzert, in dem spannende Solobeiträge aller fünf  Tastenspieler auf sechs sehr unterschiedlichen Instrumenten zu hören sein werden. Dre Einlass zum Konzert beginnt um 19 Uhr. Ausstellung, Vortrag und Podiumsdiskussion können bei freiem Eintritt besucht werden, der Eintritt zum Konzert beträgt 20€ (Studenten 10€).

Foto: Salar Baygan
Avinoam Shalev, in Israel geboren, ist 1. Preisträger am internationalen Bachwettbewerb Leipzig 2018 und seit 2021 Professor für Cembalo und andere historische Tasteninstrumente an der Universität der Künste Berlin. Shalev absolvierte sein Bachelorstudium an der Buchmann-Mehta School of Music, Tel Aviv Univeristy in den Fächern Klavier, Musikwissenschaft, Cembalo und Orgel. Nach weiterem Unterricht an der Accademia Villa Bossi in Norditalien schloss er an der HMTM Hannover jeweils ein Masterstudium in Cembalo und Hammerklavier ab. Solistisch trat er erstmals mit 17 im Rahmen einer Europatournee auf. Seitdem spielt er Solorezitale in Europa und Israel, unter anderem bei dem Wigmore Hall, den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen, dem Bachfest Leipzig und Toujours Mozart Israel. Shalev liegt die Kammermusik am Herzen. So ist er zum Beispiel Gründungsmitglied des preisgekrönten deutsch-israelischen Ensemble Arava. Er war lange Jahre Solist und Continuo-Spieler im Barockorchester la festa musicale. Außerdem beschäftigt er sich gerne mit musikalischen Querverbindungen. Mit dem Lynx Ensemble bringt er die Verbindung zwischen schwedischer Volksmusik und kontinental-europäischer Kunstmusik zum Klingen; Die Show Händel Goes Tinder, eine moderne Sitcom auf der Bühne, unterstützt sich gänzlich auf Händels Musik; Le Concert des Amis spielt Barockmusik auswendig in Cafés; Und mit Roy Amotz und Doron Segal improvisiert er mit Live-Elektronik.

Instrumente: Mietke-Cembalo von Bruce Kennedy, 5 Oktaven F-F, zweimanualig, 8`8`4`, Lautenzug

Stimmton: 415 HZ

und Hammerklavier von Anton Walter, ein Gemisch aus seinen Instrumenten um 1800, Umfang FF-c“‘, 430 Hz, gebaut 2018 von Chris Maene
Stimmton: 430 HZ

Konzertbeitrag:
Bach englische Suite G moll BWV 808: 1. Prélude
Buxtehude Suite C-Dur BuxWV 227: 1. Allemande und 2. Courante
auf dem Mietke-Cembalo
und

Mozart Sonate Es Dur KV 282: 1. Adagio
Beethoven Sonate G-Dur Op. 14 Nr. 2: 1. Allegro
auf dem Hammerklavier

Foto: Maja Arglakijeva
Luca Quintavalle, 1983 in Como geboren, spielte als Solist mit Orchestern wie Concerto Köln, Mozarteum Orchester Salzburg, Harmonie Universelle, Auser Musici, La Folia Barockorchester und den Düsseldorfer Symphonikern sowie als Continuospieler u. a. mit Les Talens Lyriques, Balthasar Neumann Ensemble, Ensemble Matheus, Gürzenich Orchester, Philharmonisches Staatsorchesters Hamburg, WDR Sinfonieorchester, Orchestre de la Suisse Romande, Cappella Gabetta, Pomo D’Oro, Ensemble Resonanz und den Hamburger Symphonikern. Er ist auch als Kammermusiker mit seinen Gruppen «G.A.P» und «Nel Dolce», mit «Aernen Barok» und mit Solisten wie Maurice Steger, Dorothee Mields, Hille Perl, Martin Sandhoff, Sabrina Frey, und Valer Sabadus sehr aktiv. Quintavalle trat in einigen der größten deutschen Konzertsäle Europas sowie in Israel, in Istanbul, in den USA, in Japan und in Russland auf. Seit Februar 2017 spielt er regelmäßig mit Cecilia
Bartoli (Rossinis «La Cenerentola-Tour», Vivaldi-Europatour, Rossinis «l'Italiana in Algeri» und Händels «Il trionfo del Tempo e del Disinganno» bei den Salzburger Festspielen, Händels «Ariodante” and der Opéra Monte-Carlo,Farinelli-Tour und Rossinis «Turco in Italia» an der Wiener Staatsoper). Er nimmt für Labels wie die Deutsche Harmonia Mundi, Deutsche Grammophon, Hyperion, Capriccio, Erato, Onyx, Pan Classics, Hänssler Classics, Hyperion, Brilliant Classic (seine 3 Solo-Aufnahme erschienen im 2017, 2020 und 2021) und Berlin Classics («Mirrors» seine erste CD als Dirigent mit Jeanine De Bique und Concerto Köln) auf. Im Sommer 2022 dirigierte er seine erste Opernproduktion (Carlo Pallavicinos "L'amazzone corsara") an der Innsbrucker Festwochen. Luca Quintavalle war an der Hochschule für Musik und Tanz Köln beschäftigt und ist Dozent an der Essener Folkwang-Universität der Künste wie an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Luca Quintavalle studierte Klavier bei Ernesto Esposito und Cembalo bei Giovanni Togni in Como und Christian Rieger an der Essener Folkwang-Universität. 2007 gewann er beim Basso Continuo-Wettbewerb «Ganni Gambi» in Pesaro den ersten Preis.

Instrument: Clavicembalo gebaut von Andrea Restelli 2014, Kopie eines Instruments von Pierre Donzelague 1711.

Stimmton: 440 Hz

Konzertbeitrag:

Stefano Gervasoni: Auswahl aus Suite prèliminaire

Fabio Vacchi: Ricercare

Maurilio Cacciatore: Breve VII

Foto: Marco Borggreve
Michael Borgstede.Der Cembalist, Fortepianist und Organist Michael Borgstede gilt auf historischen Tasteninstrumenten als einer der aufregendsten Virtuosen seiner Generation. Als Solist und als Mitglied des Kammermusikensembles Musica ad Rhenum hat er ganz Europa, die USA, Asien, Südamerika und den Nahen Osten bereist und ist bei den wichtigsten Festivals und in den traditionsreichsten Konzerthallen aufgetreten. Zudem ist Michael Borgstede als Professor für Cembalo und Generalbass an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln beschäftigt. Seine etwa zwei Dutzend CD-Produktionen wurden von der Kritik mit Begeisterung aufgenommen. Schon die Debut-Aufnahme mit dem Gesamtwerk des französischen Komponisten François Couperin wurde mit dem angesehen Editor’s Choice geehrt. Nicht weniger enthusiastisch waren die Reaktionen auf das Vier-CD-Set mit Cembalowerken Georg Friedrich Händels. Michael Borgstedes letzte Solo-Aufnahme mit dem Cembalowerk der Forquerays wurde mit dem Diapason d’Or ausgezeichnet. Michael Borgstede studierte Cembalo mit Jacques Ogg am Königlichen Konservatorium von Den Haag. Weitere musikalische Impulse bekam er am Cembalo von Ton Koopman, Lars Ulrik Mortensen und Gustav Leonhardt, an der Orgel von Bernard Winsemius und Harald Vogel. Neben seiner ausgiebigen Konzerttätigkeit hat Michael Borgstede an verschiedenen Institutionen unterrichtet und wird regelmäßig eingeladen, internationale Meisterkurse und Lesungen zur „Historischen Aufführungspraxis“ zu geben.

Instrument: Englisches Tafelklavier

Stimmton: 430 HZ


Konzertbeitrag: Joseph Haydn, HOB.XVI:23

Foto: Christian Floßdorf
Markus Märkl stammt aus dem bayerisch-schwäbischen Dillingen an der Donau und kam während seiner Zeit in einem katholischen Knabenseminar und über seine Musiklehrerin Margarethe Müller am hiesigen Gymnasium erstmalig mit klassischer Musik in Berührung. Klavier und Orgel erlernte er dort und aus einer Leidenschaft erwuchs der Wunsch Musik zu studieren. Ersten Studien in Augsburg folgten sechs Jahre an der Schweizer Schola Cantorum Basiliensis mit dem Schwerpunkt historische Tasteninstrumente und zwei Diplomen als Abschluss. Eine internationale Konzerttätigkeit führte in vor allem als fester Begleiter von Andreas Scholl neben Europa und der Schweiz nach Australien, Singapur, Amerika und Israel. Von 1995 bis 1998 lebte Markus Märkl in Paris, dieser in vielerlei Hinsicht äußerst anregenden und aufregenden Stadt. Seit 1998 ist er nun in Köln als freiberuflicher Musiker ansässig und wurde in der Kölner Alte Musik Szene zum gern gesehenen Partner an Cembalo und Orgel für das reichhaltige Barockrepertoire. Als Mitglied des Ensembles CordArte und zeitweiliger Pianist des Ensembles Le Quatuor Romantique konnte er zahlreiche Wiederentdeckungen ans Licht bringen was auch in vielen CD-Produktionen dokumentiert ist. Kulturpolitisch engagierte er sich am Aufbau des zamus Köln als Vorstand von 2011 bis 2017 sowie Geschäftsführer der KGAM e.V. im ersten Jahr der Gründung. Im Rahmen einer musikalischen Auszeit in 2017 reiste Markus Märkl mit seiner 50er Vespa Dat Elfi von Köln aus bis zum Nordkapp und schrieb einen täglichen Blog zu dieser 69 Tage andauerenden Reise. Nach einigen Jahren innerer Suche kam Markus Märkl, ausgelöst durch die Pandemie, zu der Erkenntnis, musikalisch neue Wege gehen zu wollen und beendete in 2021 seine bisherige Karriere als Begleiter und Solist in der Alten Musik. Momentan widmet er sich dem Aufbau seines neuen Solo-Projektes „Freestyle Baroque“ auf dem modernen Konzertflügel, das im April 2020 im Kölner Loft seine Premiere hatte, und genießt ansonsten das ungebundene Leben, das ihm völlig neue kreative Entwicklungen ermöglicht die er mit Herzenslust verfolgt. 

Stimmton: 415 Hz.

Konzertbeitrag (auf dem Flügel): „Freestyle Baroque“

Improvisation und Bearbeitung der Toccata Terza in e von Michelangelo Rossi (1602-1656)

Foto: Christoph Dohr
Klavierbaumeister Egon Zähringer begann seine Ausbildung 1984 im Pianohaus Lepthien in Freiburg. Hier hatte er auch seine ersten Berührungen in der Betreuung von Clavichorden, Cembali und Hammerflügel. In jener Zeit waren ihm aber diese Instrumente, insbesondere jene aus der ersten Hälfte des 19. Jhdt., noch Vorstufen zum „modernen“ Klavierbau, wenn auch sein Interesse an ungleich schwebenden Stimmungen durch eine Stimmanleitung für die „Mitteltönige“ - von Stanislav Heller persönlich - geweckt wurde.
Nach dem Umzug nach Köln 1992, und der damit begonnenen Selbständigkeit, machte er recht bald Bekanntschaft mit der dortigen Szene der „historisch informierten Aufführungspraxis“.
Die Reparaturen und Stimmungen an den Instrumenten der Sammlung Dohr, entwickelten seine Vorstellung, die alten Instrumente wären nur Vorstufen oder Entwicklungsabschnitte zum modernen Klavierbau, hin zu einer zeitgemäßeren Wertigkeit der Klangwahrnehmung.
Über die stimmtechnische Betreuung der Aufnahmen der Pariser Violinsonaten von Mozart von Anton Steck und Marieke Spaans, an einem Tangentenflügel, kam es auch zu Aufnahmen von Mozarts Klavierkonzerten mit Ronald Bräutigam an einem „Walther“ von Paul McNulty.
Er betreute seit 2008 die Konzerte von Andreas Staier mit den Instrumenten von Christopher Clarke, Keith Hill und Monika May. In diesem Zusammenhang arbeitete Egon Zähringer auch in den Manufakturen von Paul McNulty und Chrisopher Clarke.
Seit 2017 ist Egon Zähringer an der HfMT Köln als Klavierstimmer tätig.

Eine Veranstaltung vom Kunstförderverein Kreis Düren e.V.

und


www.klavier-rur.de

Tickets gibt es an der Abendkasse.

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