19. November 2018 Kulturfabrik Becker&Funck, Düren

Christian Binde, Horn
In Duisburg geboren und in verschiedenen Städten des Ruhrgebiets aufgewachsen, wurde Christian Binde vom Kontrast aus Industrie und Kultur seiner Heimatregion geprägt. Nach vier Jahren als fest angestellter Musiker zog es ihn musikalisch hin zur Alten Musik und geographisch für zehn Jahre nach Wien.
Als Künstler war für Christian Binde der Kontrast zwischen Neuer und Alter Musik, zwischen freischaffender Arbeit in verschiedenen Orchestern und seinen eigenen Ensembles sowie seine Lehrtätigkeit prägend. So spielte er mit Ensembles wie dem Freiburger Barockorchester, Concerto Köln, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Rundfunksinfonieorchester Wien, Le Cercle de l’Harmonie Paris, dem Klangforum Wien und MusikAeterna Perm (RU) in Europa, Asien und Amerika. Zudem unterrichtete er an den Universitäten in Linz und Trossingen.
Seit 2007 lebt Christian Binde wieder in Köln. Aus dem Wunsch heraus, den eigenen musikalischen Ideen Ausdruck zu verleihen, gründete er 2010 die Compagnia di Punto.

Tobias Koch, Klavier
Mit Entdeckungsfreude und unvoreingenommener Vielseitigkeit dem Geheimnis des
Klanges nachspüren, das ist das musikalische Credo von Tobias Koch. Seit Beginn
seiner musikalischen Laufbahn faszinieren ihn die Ausdrucksmöglichkeiten
historischer Tasteninstrumente: Auf Cembalo, Clavichord, Tangenten- und
Hammerflügel, Orphika, Pedalflügel, Orgel und romantischem Konzertflügel spielt er
ebenso unorthodox wie lebendig jede Art von Musik – „mit entwaffnender
Spontaneität“, wie eine große deutsche Tageszeitung über ihn schreibt. Dafür sucht
er nach intensiven musikwissenschaftlichen wie aufführungspraktischen Studien das
am besten geeignete Instrument und kommt immer wieder zu überraschend neuen
Ergebnissen. So gilt Tobias Koch seit langem als einer der profiliertesten Interpreten
auf dem Gebiet der romantischen Aufführungspraxis und erntet internationale
Anerkennung für seine Pionierarbeit bei der Aufführung von Robert Schumann
Klavierwerken auf historischen Instrumenten: “Von der ersten Sekunde an inspiriert
und inspirierend: Tobias Koch spielt Robert Schumann so, wie man ihn spielen sollte,
um ihm gerecht zu werden: Revolutionär, romantisch, virtuos, emotional, aber
unkitschig und unprätentiös. Koch lässt durch sein Klavierspiel musikalische Bilder
wie im Fluge entstehen und wieder vergehen. Mitreißend gespielt, wird hier einfach
jeder Takt zum Erlebnis.” (MDR Figaro).Eine umfassende musikalische Laufbahn führt ihn durch ganz Europa. Als Solist,Kammermusiker und Liedbegleiter gastiert er bei bedeutenden Festivals, darunterSchleswig-Holstein Musikfestival, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Verbier Festival,Chopin-Festival Warschau, Rheingau Musikfestival, Beethovenfest Bonn,
Schumannfeste Düsseldorf, Bonn, Leipzig, Zwickau, Mendelssohn-Tage im
Gewandhaus Leipzig, Tage Alter Musik Herne.
Wertvolle künstlerische Impulse erhielt er in Meisterklassen von David Levine,
Roberto Szidon, Walter Kamper, Jos van Immerseel und Claire Chevallier. Tobias
Koch ist Förderpreisträger Musik der Landeshauptstadt Düsseldorf und unterrichtet
an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf sowie an Akademien in Verbier und
Montepulciano. Zu seinen musikalischen Partnern gehören Andreas Staier, Gottfried
von der Goltz und Joshua Bell, Steven Isserlis, Markus Schäfer, Pleyel- und
Hoffmeister-Quartett, Frieder Bernius mit seiner Stuttgarter Hofkapelle und Concerto
Köln. Darüber hinaus verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit Instrumentenbauern, Restauratoren und zahlreichen renommierten Instrumentenmuseen.
Eine Vielzahl von Rundfunk- und TV-Produktionen, Publikationen zu Aufführungspraxis, Rhetorik und Musikästhetik runden seine musikalische Tätigkeitebenso ab wie inzwischen über 25 CD-Aufnahmen, mit Werken von Mozart,Beethoven, Burgmüller, Mendelssohn, Schumann, Chopin, Liszt, Wagner und Brahms. Vom unwiderstehlichen Klang alter Klaviere magisch angezogen, spielt Tobias Koch seit Jahren international erfolgreich exklusiv auf historischen Instrumenten.

21. Januar 2019 Kulturfabrik Becker&Funck, Düren

Alon Sariel (Laute) & Alon Portal (Viola da Gamba)
Alon Portal und Alon Sariel haben mehr gemeinsam als nur ihre Vornamen. Sie treffen sich bereits als junge Studenten an der Academy for Music and Dance in Jerusalem. Als Alon Sariel sein Studium für historische Zupfinstrumente in Brüssel und Hannover fortsetzt, entscheidet Alon Portal sich für Den Haag als Studienort. Gemeinsame musikalische Treffen auf der Bühne bleiben den beiden daher über die Jahre erhalten, vor allem seit der Gründung von Alon Sariels eigenem Ensemble Concerto Foscari, in dem Alon Portal die Viola da Gamba, den Baß und in manchen Programmen auch die Oud, eine orientalische Laute, spielt.
„Lauta da Gamba“ ist ein Duo-Programm, in dem ein weiter Repertoirebogen von der späten
Renaissance über das Barock bis hin zur frühen Klassik gespannt wird: Marin Marais trifft auf den wenig bekannten deutschen Komponisten August Kühnel, Versailles Hofgitarrist Robert de Visée, der ursprünglich vermutlich Portugiese war, auf den berühmten Jean-Baptiste Lully und der schottische Sonderling, Tobias Hume, Gambist und Soldat im Dienste der schwedischen und russischen Armee, auf den blinden holländischen Flötenvirtuosen Jacob van Eyck. Alon Sariels Arrangement einer erst kürzlich entdeckten Fantasie Georg Philipp Telemanns für Viola da Gamba und Carl Friedrich Abel, der letzte große Virtuose auf der Gambe, führen in die Frühklassik, die für beide Instrumente das Ende ihres glanzvollen Ruhms bedeutete.

Alon Sariel wurde in Be’er Sheva (Israel) geboren und ist als Mandolinist, Lautenist und Dirigent sowohl auf dem Gebiet der Alten als auch der Neuen Musik zu Hause. Zeitgenössisches Repertoire, das für ihn geschrieben wurde, hat er zahlreich zur Aufführung gebracht. Konzertreisen führten ihn zu international bedeutenden Festspielen – Salzburg Biennale für Neue Musik oder das Festival Oude Muziek in Utrecht – sowie auf Bühnen wie die Philharmonie in Berlin und die Scala in Mailand. Seine Offenheit für andere Genres von Folk bis Avantgarde, bringt ihn mit herausragenden Musikern verschiedener Stile im Konzert zusammen: Sopran Dame Emma Kirkby, Ausnahmetrompeter Markus Stockhausen, Violinist Jean-Christophe Spinosi, Akkordeonist und Banjospieler Stian Carstensen und Klarinettist David Krakauer. Neben seiner Arbeit als künstlerischem Leiter des internationalen Ensembles Concerto Foscari ist Alon Sariel Gründungsmitglied des Quartetts PRISMA, mit dem er im Jahr 2015 den ersten Preis des Internationalen Biber Wettbewerbs in Österreich gewann.
Engagements als Solist und Dirigent führten ihn zum Münchener Kammerorchester, der Jerusalem Radio Symphony, der Sofia Philharmonic und der Gauteng Philharmonic, den Tel Aviv Soloists, den Barokksolistene in Norwegen und die Camerata Tinta Barocca in Kapstadt.
Als Solist und Mitglied verschiedener Ensembles tourte er in Europa, den USA, Mexiko, Südafrika und im Mittleren und Fernen Osten. Meiserklassen hielt er an Universitäten wie dem Trinity College of Music in London, der Lilla Akademien in Stockholm und den Konservatorien von Kazan (Russland) und Celaya (Mexiko) ab. Präsent ist er ebenfalls durch weltweite Medien- und Rundfunkübertragungen, darunter bei Arte, BBC4, dem Bayerischen Rundfunk, WDR3, P2 Klassiskt, Kol HaMusika, WQXR und WNYC.
Seine Diskographie umfaßt Welterstaufnahmen wie Trios für Zupfinstrumente von Paul Ben-Haim (Albany Records) und Yehezkel Braun (IMI), die Komposition „Nedudim“ für Mandoline und Streichorchester von Gilad Hochman (mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin für Neue Meister) und das Album „Paisiello in Vienna“, das zum 200. Todesjahr des Komponisten unter großem Kritikerlob bei Brilliant Classics erschien. Im Juni 2017 folgte sein Debüt bei Berlin Classics mit „Telemandolin“.
Alon Sariel hat internationale Wettbewerbe gewonnen, Preise und Auszeichnungen erhalten und engagiert sich in musikalisch-sozialpolitischen Projekten wie Live Music Now (Yehudi Menuhin), Rhapsody in School (Lars Vogt) und dem West Eastern Divan Orchestra (Daniel Barenboim).

Alon Portal wurde 1990 in Israel geboren. Seine musikalischen Studien begann er an der Academy for Music and Dance in Jerusalem, später setzte er sein Studium am Königlichen Konservatorium in Den Haag fort, wo er 2015 seinen Abschluß für das Instrument Viola da Gamba bei Mieneke van der Velden und Philippe Pierlot machte. Bei Margaret Urquhart studierte er zudem Violone und historischen Baß. Bereits in Israel erhielt Alon Portal in den Jahren 2010 bis 2012 ein Stipendium der America-Israel Cultural Foundation.
Auf der Konzertbühne ist er seitdem mit namhaften und internationalen Dirigenten und Ensembles aufgetreten, darunter Frans Bruggen, Ton Koopman, Peter van Heyghen, Patrick Cohën-Akenine, Symphonie Atlantique, Ensemble Odysee, Dutch Baroque, Circulo Bach, Barrocade Ensemble u.a. Tourneen führten ihn durch die Niederlande, nach Belgien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, Bulgarien und Israel und zu großen Festivals wie Oude Muziek in Utrecht, Dordrecht Bach Festival, AMUZ Festival van Vlaanderen, Musikfestspiele Potsdam Sanssouci, Eilat Chamber Music Festival, Ab u Gosh Festival, um nur einige zu nennen.
Für CD-Aufnahmen arbeitete er bei den Labels Pan Classics, Berlin Classics und Fra Bernardo.
Alon Portal ist Gründungsmitglied von Le Concert d’Apollon, ein Ensemble, das sich auf die
französische Barockmusik spezialisiert hat, und gehört Alon Sariels Concerto Foscari als festes
Mitglied an.

Die "Tonspuren" werden unterstützt durch: