20. September 2021 19:30 Uhr

Fabrik für Kultur und Stadtteil Becker&Funck, Düren

Händels Italienische Reise

Arcangelo Trio
Daniel Rothert – Blockflöten
Markus Möllenbeck – Violoncello
Gerald Hambitzer – Cembalo

Foto: Horst Schmeck
Programm
Francesco Maria Veracini (Florenz 1690-1768) Sonate a-Moll für Altblockflöte & B.c. Overtura/Allegro – Allegro – Paesana (Allegro) – Largo – Giga “Postiglione”
Domenico Scarlatti (Neapel 1685-Madrid 1757) Sonate A-Dur K. 208, Andante cantabile und Sonate A-Dur K. 209, Allegro für Cembalo solo
Georg Friedrich Händel (Halle 1685-London 1759) Sonate d-Moll fürAltblockflöte & B.c. „Fitzwilliam“ Largo – Vivace – Furioso – Adagio – Alla breve – (Andante) – a tempo di Menuet
Arcangelo Corelli (Fusignano 1653-Rom 1713) Sonate G-Dur, op. 5, 9 für Sopranblockflöte & B.c. Preludio (Largo) – Giga (Allegro) – Adagio –
Tempo di Gavotta (Allegro)
Francesco Geminiani (Lucca 1687-Dublin 1762) Sonate d-Moll, op. 5, 2 für Violoncello und Basso continuo (Den Haag 1746) Andante – Presto – Adagio – Allegro
Georg Friedrich Händel Sonate a-Moll, op. 1, 4 für Altblockflöte & B.c. Larghetto – Allegro – Adagio – Allegro

Arcangelo Trio
In diesem Jahr blickt das Kölner ARCANGELO TRIO 20 Jahre auf eine intensive Konzerttätigkeit zurück: um an eine Ensembletradition anzuknüpfen, die man mit so illustren Namen wie Franz Brüggen, Anner Bylsma, Gustav Leonardt oder auch Gustav Scheck, August Wenzinger und Fritz Neumeyer verbindet, gründeten der Flötist Daniel Rothert, der Cellist Markus Möllenbeck und der Cembalist Gerald Hambitzer 2001 das ARCANGELO TRIO. Mit großem Elan erschließt das Trio seitdem das Repertoire dieser fast klassisch zu nennenden Kammermusikbesetzung für sich, das die Zeitspanne vom späten 16. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts umfasst. Auf das erfolgreiche Debütkonzert im Sommer 2001 in der Brühler Galerie am Schloss folgten zahlreiche weitere Engagements in Deutschland, so z.B. in einer live übertragenen WDR-Nachtmusik, im Deutschlandradio, bei den Händelfestspielen Halle oder in der Bonner Kunsthalle in einer Lesung mit der Schauspielerin Martina Gedeck. Das Ensemble hat seine erste CD mit dem Programm „Händels italienische Reise“ für den WDR veröffentlicht.

Daniel Rothert wurde 1975 in Cuxhaven geboren und ist ghanaisch-deutscher Abstammung. Auf ein Blockflötenstudium bei Günther Höller an der Hochschule für Musik Köln mit künstlerischer Reifeprüfung mit Auszeichnung und Konzertexamen folgte ein Studium in der Solistenklasse bei Dan Laurin am “Det Fynske Musikkonservatorium”. Mit einem Studium für historische Interpretationspraxis und dem Hauptfach Traversflöte bei Karl Kaiser an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt schloss er seine Ausbildung ab. Im Jahre 2002 wurde ihm der Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler verliehen. Seit seinem Studium wirkt Daniel Rothert regelmäßig am Kölner Opernhaus im Gürzenich-Orchester mit; z.T. auch als Bühnenmusiker. Er ist Mitglied und Gast verschiedener Barockensembles und tritt seit 1999 als Ensemblespieler und Solist im Kölner Kammerorchester auf; lange Zeit unter der Leitung von Helmut Müller-Brühl. Im Jahr 2000 gründete Daniel Rothert zusammen mit Markus Möllenbeck (Violoncello) und Gerald Hambitzer (Cembalo) das ARCANGELO TRIO, das seither mit ausgewählten Konzerten, Rundfunk- und CD-Produktionen an die Öffentlichkeit trat. 2001 erschien bei NAXOS die Einspielung von Telemann-Konzerten und der Suite für Blockflöte, mit der sich Daniel Rothert als Solist mit dem Kölner Kammerorchester vorstellte, gefolgt von den sechs Flötenkonzerten op. X von Vivaldi, die die Reihe “Il flauto dolce” fortsetzen: “Die beste Aufnahme, die man derzeit von Vivaldis Opus 10 bekommen kann.” (Rondo 1/2002). Zusammen mit dem italienischen Cembalisten Luca Quintavalle gründete er 2012 das Ensemble AYRE BAROQUE.

Markus Möllenbeck studierte schon als Jungstudent an der Folkwang Hochschule in Essen bei Janos Starker und Maria Kliegel, desweiteren abschließend bei Young-Chang Cho. Nach einem Barockcello-Studium in Hilversum (NL) bei Phoebe Carrai wurde er 1991 Mitglied von Musica Antiqua Köln unter Reinhard Goebel, ein Jahr später Solocellist und bereiste bis zum Jahre 2000 nahezu alle wichtigen Musikzentren Nord-, Mittel- und Südamerkas, Australiens, Asiens und ganz Europas, zuweilen auch als Solist von Cellokonzerten des 18. Jahrhunderts. Er wirkte bei zahlreichen Fernseh-, Rundfunk- und preisgekrönten CD-Produktionen mit. Neben dem Arcangelo Trio formierte er federführend das Collegium Musicum Köln, welches auf eine Vielzahl von Konzerten in Deutschland, Frankreich, Belgien, Schweiz und Mexico zurückblicken kann. In den letzten Jahren nahm u.a. er an Projekten der Deutschen Händel-Solisten Karlsruhe und der Capella Colonienis teil und spielte als Stimmführer bei Konzerten des Freiburger Barockorchesters, von Concerto Köln, der Neuen Düsseldorfer Hofmusik und La Stagione Frankfurt unter Michael Schneider. Besonders ist er der Capella Augustina unter Andreas Spering als Stimmführer verbunden. Seit 2001 war er auch als Continuo-Cellist in Barockopernproduktionen großer Opernhäuser wie der Pariser Garnier Oper unter Marc Minkowski, Hamburger Staatsoper, der Bayrischen Staatsoper München oder dem Liceu in Barcelona engagiert.
Als leidenschaftlicher Pädagoge unterrichtete Markus Möllenbeck an der Musikakademie in Rheinsberg, den Musikhochschulen in Detmold und Lübeck, im Kloster Michaelstein und seit 2000 an der Händelakademie in Karlsruhe. Er leitete von 1996 – 2012 die Barockcello-Klasse an der UdK in Berlin und ist in gleicher Funktion seit 2006 an der Folkwang Universität der Künste in Essen tätig. Im Jahre 2011 übernahm er eine Professur an der Music Academy Bydgoszcz/Bromberg (Polen). Im Rahmen der Edition Walhall des Franz-Biersack-Verlages Magdeburg hat er bisher 20 Cellokonzerte und 6 Cellosonaten des 18. Jahrhunderts in seinen beiden Reihen ediert.

Gerald Hambitzer wurde 1957 in Bonn geboren und zählt zu den gefragten Cembalisten seiner Generation. Er genoss eine umfassende musikalische Ausbildung mit dem künstlerischen Hauptfach Cembalo (Klasse Prof. Hugo Ruf) an der Hochschule für Musik in Köln. Noch während des Studiums begann seine internationale Konzerttätigkeit, vor allem als Cembalist des renommierten Ensembles CONCERTO KÖLN, die ihn seitdem in alle Musikzentren Europas sowie auf Gastspielreisen nach Algerien, Indien, Südostasien und Amerika führte. Seit einigen Jahren konzertiert Gerald Hambitzer auch auf dem Fortepiano. Darüber hinaus gilt sein besonderes Interesse dem Clavichord, dem er eine CD-Einspielung auf einem historischen Instrument von 1756 widmete. Er ist ständiger Gast bei verschiedenen Rundfunkanstalten und hat inzwischen bei mehr als 40 CD-Produktionen für die Label Capriccio, Harmonia mundi France, Sony Classical, Naxos und Teldec Classics mitgewirkt. Seine Einspielungen als Solist in Cembalokonzerten von Johann Sebastian Bach, Carl Philipp Emmanuel Bach und Francesco Durante haben ihm internationale Anerkennung eingebracht.
Gerald Hambitzer ist Professor für die Leitung des Bereichs Alte Musik an der Musikhochschule Köln und unterrichtet die Fächer historische Tasteninstrumente, Generalbasspraxis und Kammermusik. studierte Klavier und Cembalo bei Hugo Ruf an der Hochschule für Musik in Köln. Nach dem Studium erhielt er zunächst einen Lehrauftrag, später eine Professur für historische Tasteninstrumente. Heute ist er Leiter des Instituts für alte Musik dort. Gerald Hambitzer gehört zu den Gründungsmitgliedern von Concerto Köln. Neben seiner Hochschultätigkeit und der Arbeit mit Concerto Köln spielt Gerald Hambitzer in verschiedenen Kammermusikformationen. Leidenschaftlich widmet er sich auch dem Fortepiano und dem Clavichord.

Die "Tonspuren" werden unterstützt durch: