18. Januar 2016 19:30 Uhr

Becker&Funck, Düren

La Sol Fa Re Mi oder "Lass mich mal machen"

Von reisenden Kaisern und fahrenden Hofkapellen
Ensemble Altadolce
Nora Hansen – Alt- und Bassdulzian, Blockflöten
Cordula Caso – Alt- und Tenordulzian, Blockflöten
Eva Grießhaber – Alt- und Tenordulzian, Blockflöten
Marita Schaar – Tenor- und Bassdulzian, Blockflöten

Das Dulzianconsort Altadolce macht sich auf den Weg mit dem habsburgischen Kaiser Karl V und seinem Vorgänger Maximilian I. Die „Reiselust“ dieser beiden Kunstmäzene mit ihren berühmten Hofkapellen hatte (auch) einen reichen Austausch der berühmtesten Musiker und Komponisten ihrer Zeit zur Folge. So enthält das abwechslungsreiche Programm Werke der Flamen Isaac, Josquin und de la Rue, des Deutsch-Schweizers Senfl, des Italieners Festa und des Spaniers Cabezón. Die Mitglieder von Altadolce sind alle vielgefragte Musikerinnen, die regelmäßig mit führenden Orchestern und Ensembles für Alte Musik in Deutschland und Europa auftreten. Das Ensemble hatte sein Debut in der Kölner Musiknacht 2014 und spielt auf einem Consort, also einer Familie, von Dulzianen, einem Doppelrohrblattinstrument ähnlich dem Fagott im Wechsel mit einem Consort von Blockflöten und führt diese vokalen Werke rein instrumental auf, wie es der damaligen Aufführungspraxis durchaus entsprach.

Programm
Heinrich Isaac A la bataglia
Thoinot Arbeau Pavane „Belle qui tiens ma vie“
Tilman Susato Gaillarde „Le Tout“
Pierre Phalèse Almande „Fortune helas pourquoy“ Bransle – Les Fagots
Giorgio Mainerio Schiarazula Marazula
Pierre de la Rue Salve Mater Salvatoris
Michael Praetorius Ballet CCLXVIII Ballet des Amazones Ballet du Roy pour sonner apres
Ludwig Senfl Lamentatio
Tilman Susato Ronde „Pourquoy“ Pavane „La Bataille“
Hayne van Ghizeghem De tous bien plaine
De Planquard De tous bien plaine
Josquin Desprez Mille regretz
Tomás Luis de Victoria O Magnum Mysterium
Pause
Jacob Obrecht Rompeltier
Giorgio Mainerio Pasamezzo antico
Josquin Desprez La Sol Fa Re Mi
Nicolas Gombert Sancta Maria mater Dei
Tomás Luis de Victoria Domine, non sum dignus
Joan Brudieu Si una dulce vista
De La Torre Danza Alta
Juan de Encina Triste España
Juan Vazquez Villancico Zagaleja
Juan de Urrede Muy triste sera mi vida
Anonimo Calabaça
Ludwig Senfl/Festa Quis dabit oculis
Paul Hofhaymer Ade mit Leid
Isaac Innsbruck, ich muss Dich lassen

Das Kölner Dulzian-Consort Altadolce wurde 2013 von Nora Hansen gegründet. Es widmet sich vor allem der Consort-Musik des 16. Jahrhunderts. Der Name Altadolce leitet sich von zwei Klangeigenschaften des Dulzians ab. Zum einen „Alta“ von der sogenannten „Alta Capella“, der Gruppe der lauten Instrumente, zu der neben Schalmeien und Trompeten auch die Dulziane zählten. Zum anderen „dolce“, der „süße“ Klang, den er im Gegensatz zu seinen Vorgängern, den Schalmeien, hat und der dem Dulzian seinen Namen gab. In der Renaissance musizierte man vornehmlich in Instrumentenfamilien, sogenannten Consorts. Altadolce spielt auf einer Familie von Dulzianen, dem Fagott ähnlichen Doppelrohrblasinstrumenten. Für klangliche Abwechslung sorgen die Musikerinnen, indem sie im Konzert zur „Bassa Capella“, den leisen Blockflöten, wechseln. Die später „Flauto dolce“ genannte Blockflöte wurde in der Renaissance ebenso wie der Dulzian im Consort gespielt.

Die "Tonspuren" werden unterstützt durch: