16. März 2020 19:30 Uhr

Kulturfabrik Becker & Funck, Düren

Vedovella - Eine Geschichte der Bratschensonate im 18. Jahrhunderts

Francesca Venturi Ferriolo – Viola
Hwa-jeong Lee – Cembalo
Johannes Berger – Violoncello

Der Begriff Viola kommt aus dem lateinischen “Vidula”, was auf Italienisch “vedovella”
und auf Deutsch “junge Witwe” bedeutet. Viola ist in Italien auch der Name einer Blume, eine Farbe ( Heilig für Katholiken, Aberglaube-Symbol für die Schauspieler) und ein weiblicher Vorname. Die Literatur für Bratsche und Cembalo wird bisher noch wenig als Forschungsobjekt betrachtet, vor allem die der vorklassischen Zeit. Dieses Programm bietet den Zuhörern eine außerordentliche Gelegenheit, unbekannte, wertvolle Musik zu genießen, in der die Bratsche souverän und als Soloinstrument in Erscheinung tritt. Johann Gottlieb Graun , Carl Philipp Emmanuel Bach und J ohann Gottlieb Janitsch repräsentieren dabei den Wirkungskomplex “Berliner Schule”, welcher diejenigen Musiker und Komponisten umfasst, die am preußischen Hof unter Friedrich dem Großen, angestellt waren. Der aus Italien stammende Felice Giardini war einer der führenden Komponisten des Galanten Stil in England.

Programm
Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) Sonata in G Moll für Viola und Cembalo Wq 88/H.512 Allegro Moderato – Larghetto – Allegro Assai
Christoph Schaffrath (1709-1763) Trio F- Dur für Viola, Violoncello und B.c. Largo – Allegro
- Allegretto
Johann Gottlieb Graun (1703- 1771) Trio Sonata in B Dur für Bratsche und Clavier, A:XV:16 Adagio – Allegretto – Allegro non troppo
Pause
Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) Sonata G moll wq 65/17 „per il cembalo
solo“
Allegro – Adagio – Allegro assai
Johann Gottlieb Janitsch (1708-1763) Trio sonata in D-Dur für Viola und B.c. Adagio – Allegro – Vivace
Felice Giardini (1716-1796) Sonata in F Dur für Viola und B.c. Andante – Grazioso – Allegro Scherzoso

Francesca Venturi Ferriolo studierte Barockbratsche bei den Professorinnen Petra
Müllejans und Mechthild Karkow an der Frankfurter Musikhochschule, (Master- Historische
Interpretation Praxis). Ausserdem studierte sie bei Werner Saller (Frankfurt), Aroa Sorin (Köln), Professor Patrick Jüdt (Bern), Professor Giuseppe Miglioli (Conservatorio di Musica di Como). Mit dem von ihr 2013 gegründeten Ensemble für Alte Musik ” Il Quadro Animato “ gewann sie 2015 den ersten Preis beim internationalen Wettbewerb für Alte Musik “Selifa” und 2016 den Sonderpreis ”Kulturfeste im Land Brandenburg“ beim Gebrüder-Graun Wettbewerb in Bad Liebenwerda. Im gleichen Jahr wurde das Ensemble für das “Eeemerging Program (Acadèmie D’Ambronay)” für 2017 und 2018 augewählt. 2016 erhielt sie ein Stipendium für das “Tafelmusik Baroque Summer Institute” in Toronto, Kanada, bei dem sie mit Mitgliedern des “Tafelmusik” Barockorchester lernte und spielte. Seit 2017 ist sie Dozentin für Geige und Bratsche an der Musikschule in Hofheim. 2018 erstellte sie ihr Debütalbum von Bratschensonaten aus dem 18. Jahrhundert zusammen mit der Cembalistin und Hammerklavier-Spielerin Hwa Jeong Lee bei dem Label “Perfect Noise” von Stefan Gawlik. Seit 2019 ist sie Doktorandin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main.

Hwa-jeong Lee, geboren 1990 in Süd Korea, ist 2019 Preisträgerin des Telemann Wettbewerbs Sonderpreis für das beste Generallbass- und Obligatospiel. Sie studierte Cembalo bei Prof. Eva Maria Pollerus an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main (Bachelor und Master Studium) sowie und Generalbass und Hammerklavier bei Prof. Jesper Bose Christensen. Sie spielte bereits mit dem hr Sinfonieorchester, dem Bad Vilbeler Kammerorchester, dem Main Barockorchester und bei “Vielklang Festival” in Tübingen. 2018 nahm sie gemeinsam mit Francesca Venturi Ferriolo Duowerke von C.P.E. Bach, J.G. Graun, J.G. Janitsch u. a. auf für das Label “Perfect Noise”. Sie unterrichtet Klavier an der “Frankfurt International School” und ist an der Christusgemeinde Kelterbach als Chorbegleiterin angestellt. Als Kammermusikerin ist sie Mitglied im Ensemble “Inter Pares” und dem “Postillion Ensemble” für Alte Musik.

Johannes Berger, gebürtiger Bremer, spielt Cello seit er 9 Jahre alt ist. Nach dem Abitur
studierte er zunächst modernes Cello bei Prof. Gert von Bülow in Rostock. Nachdem er als
Praktikant im NDR-Sinfonieorchester Hamburg sowie im SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg Orchestererfahrung gesammelt hatte, folgte er seiner Leidenschaft für die Historische Aufführungspraxis und studierte Barockcello bei Prof. Kristin von der Goltz in München sowie in Frankfurt, wo er 2014 mit dem Konzertexamen abschloss. Seitdem unterrichtet er häufig als Assistent von Kristin von der Goltz, u.a. bei den Vielklang Meisterkursen in Tübingen 2014 bis 2016 und an den Musikhochschulen in München und Frankfurt. Als gefragter Continuo-Cellist ist er regelmäßig zu Gast bei Barockensembles wie dem Neumeyer Consort, der Mannheimer Hofkapelle und Das Kleine Konzert unter Leitung von Hermann Max, der ihn regelmäßig als Solocellisten einlädt (Festival Knechststeden, Stuttgarter Musikfest, Mendelssohn ‘Paulus’ beim Bachfest Leipzig). Als Solo-Continuo hat er mit der Harmonie Universelle unter Florian Deuter eine CD mit Concerti grossi von Corelli eingespielt. Mit dem Münchner Barockensemble L’accademia giocosa entstand eine CD-Produktion mit bisher unveröffentlichten Werken von Telemann. Mit dem Balthasar Neumann Ensemble unter Thomas Hengelbrock wirkte er bei der ‘Wieder-Uraufführung’ von Richard Wagners Parsifal auf historischen Instrumenten mit. Kürzlich führte er mit dem Freiburger Barockorchester die 9 BeethovenSymphonien in Mexiko City auf. Darüber hinaus ist er seit vielen Jahren regelmäßiger Gast bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und beim Kammerorchester Basel.

Die "Tonspuren" werden unterstützt durch: