22. Oktober 2018 19:30 Uhr

Kulturfabrik Becker&Funck, Düren

Musik & Comedy: Kann man Aufklärung hören?

Ein unkonventionelles Konzert mit nicht unbeträchtlichem komödiantischen Anteil, in welchem Musik aus der Epoche der Aufklärung erklingt.

Luisella Tamietto – Comedian
Darja Großheide und Lorenzo Brondetta – Traversflöten
Sabine Erdmann – Cembalo

Foto: Maurizio Andruetto, Shots of Art

Im 18ten Jahrhundert, dem Zeitalter der Aufklärung, pflegten Musiker, Literaten und Philosophen einen regen Gedankenaustausch. So begegnen sich beispielsweise Lessing, Quantz, Voltaire und Carl Philipp Emanuel Bach in Berlin während in Paris der Buffonistenstreit tobt. Welche Auswirkung aber hatte die Aufklärung auf die Instrumentalmusik dieser Zeit? Kann man sie hören? Anhand von Musik und Zitaten aus den Jahren 1751/52 gemischt mit komischen Einlagen werden Fragen neu aufgeworfen und dem Publikum keine Lösungen vorgegeben.
Alte Musik und Comedy – ein etwas anderes Konzertkonzept.

Musik
Jean-Marie Leclair l`Ainé ( 1697 – 1764 ) aus: Deuxième Récréation de Musique, op.VIII, 1737 Chaconne
Michelle Corette ( 1707 – 1795) Sonata op. XXV n. 4 “Les amusements d’Apollon chez le roi Admète” pour le clavecin avec accompagnement d’une flûte
François-André Danican Philidor ( 1726 – 1795 ) Sinfonia N. III da “L’art de la modulation”
Giovanni Battista Pergolesi ( 1710 – 1733 ) aus: „La serva padrona“, 1733 Duetto finale „Per te io nel core“, arrangiert für zwei Flöten und Cembalo
Pause
Johann Joachim Quantz ( 1697 – 1773 ) oder Wilhelm Friedemann Bach (1710 – 1784 ) Duett für zwei Flöten ohne Bass
Carl Philipp Emanuel Bach ( 1714 – 1788 ) Sonate in D-Dur für Flöte und obligates Cembalo,WQ83, ca.1750 Allegro un poco – Largo – Allegro
Carl Heirich Graun ( 1704 – 1759) Trio in D für zwei Flöten und Basso continuo, WV B:XV:58, ca 1750 Adagio – poco Allegro – Largo – Allegro

Luisella Tamietto, Comedian
schloss 1987 ihr Studium an der Pariser Theaterschule Philippe Gaulier ab. In hunderten Theateraufführungen trat sie gemeinsam mit Milena Vukotic und Athina Cenci auf, bei Kinoproduktionen unter der Regie von Marco Ferreri, Guido Chiesa und Gianni Amerio; sie gründete die Comedygruppe “Le Sorelle Suburbe”, mit der sie mit unterschiedlichen Programmen 20 Jahre auftrat, u.a. auf den maßgeblichen Theater- und Fernsehbühnen an der Seite bedeutender Theaterpersönlichkeiten wie Piero Chiambretti, Bruno Gambarotta. Mit ihrem Stück “Il Peggio del Meglio delle Sorelle Suburbe” amüsierte sie auf einer ausgedehnten Europatournee deutsches, dänisches und rumänisches Publikum. Abgesehen von ihren Theatertourneen mit eigenen Comedyproduktionen ist sie mit Piero Chiambretti bei zahlreichen Fernsehproduktionen der italienischen Sender La7 und Canale5 (Chiambretti Night, Markette) aufgetreten und hat außerdem eine Karriere als Regisseurin und Interpretin zahlreicher Neuer Zirkus- und Theaterproduktionen gemacht. Seit 2008 hat sie die Künstlerische Leitung vom Cirko Vertigo, einer großen Zirkusschule in Turin.

Darja Großheide, Traversflöte
studierte zunächst Blockflöte bei S Balestracci in Padua (Italien). Es folgten Studienabschlüsse an den Musikhochschulen von Maastricht (NL bei J.Minis) und Köln (Prof.M.Zimmermann). Bei Prof. Karl Kaiser machte sie ein Aufbaustudium für Traversflöte an der MHS Frankfurt, bei Martin Sandhoff spezialisierte sie sich zusätzlich auf das Spiel romantischer Klappenflöten. Sie konzertiert mit verschiedenen Barockorchestern sowie in unterschiedlichen kammermusikalischen Formationen. Mehrere CD-Produktionen mit Ersteinspielungen ihres Ensembles „musica solare“ sind aus dieser Arbeit hervorgegangen (u.a.Kantaten von Ariosti, Sonaten von Nardini). 2010 gründet Darja Großheide die Kammerkonzertreihe „Tonspuren“, die seit 2015 in der Kulturfabrik Becker&Funck in Düren vom Kunstförderverein Kreis Düren veranstaltet wird und die sie als Musikalische Leiterin betreut. In den letzten Jahren hat sie an wichtigen Musiktheaterproduktionen mit dem Regisseur A.Schvarzstein teilnehmen dürfen (Fugit. La Locura), die ihre Arbeit nachhaltig prägen.

Lorenzo Brondetta, Traversflöte
studierte zunächst am Conservatorium in Padua bei S.Balestracci Travers- und Blockflöte und setzte seine Studien in Frankreich am Conservatorium von Créteil bei P.Séchet fort, wo er mit dem “Diplôme d’Etat” für Traversflöte abschloss. Bis 1995 spielte er zahlreiche Konzerte mit Traversflöten der Renaissance und des italienischen Frühbarock und nahm an entsprechendn CD-Produktionen teil. Seitdem beschäftigt er sich hauptsächlich mit barockem und klassischem Repertoir. Bis 1999 spielte er im Orchester Accademia Montis Regalis auch mit Berlin Baroque (Berlin), I Barocchisti (Lugano), Le Stagioni Armoniche (Padua), l’Ensemble Cantatio (Genf). Mit seinem Ensemble “Arte Resoluta” machte er eine Einspielung des „Musikalischen Opfers“ von J.S.Bach, die von der Presse positiv bewertet wurde sowie eine Einspielung von Telemann-Duetten. In letzter Zeit spielt er vorwiegend mit französischen Orchestern französische Barockopern ein, zuletzt mit Les Paladins. Neben seiner Musikertätigkeit arbeitet er in Paris und Turin als Fotograf und Sound Designer.

Sabine Erdmann, Cembalo
erhielt ihren ersten Cembalounterricht mit 11 Jahren bei Beata Seemann in München. Sie studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik Heidelberg-Mannheim bei Prof. Egino Klepper, danach an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Mitzi Meyerson. Sie besuchte Meisterkurse bei Menno van Delft, Lars Ulrik Mortensen und Jesper Christensen. Neben ihrer solistischen und kammermusikalischen Tätigkeit ist sie als gefragte Continuo-Spielerin Mitglied und Gast verschiedener Orchester, wie z. B. Göttinger Barockorchester, Concerto Grosso Berlin, Deutsches Sinfonieorchester, Ensemble Resonanz Hamburg, Heidelberger Sinfoniker, Kammerakademie Potsdam, Lautten-Compagney Berlin und Kammermusikensembles, wie Nils Mönkemeyer and Friends. Außerdem ist Sabine Erdmann als Cembalo-Korrepetitorin der Flötenklassen an der Universität der Künste Berlin tätig, sowie auch beim Deutschen Musikratwettbewerb. Sabine Erdmann wirkte bei Rundfunkaufnahmen (NDR, SFB) und CD-Produktionen als Solistin und Continuospielerin mit.

Performing parts based on the critical edition Carl Philipp Emanuel Bach: The Complete Works (www.cpebach.org) were made available by the publisher, the Packard Humanities Institute of Los Altos, California.

Die "Tonspuren" werden unterstützt durch: