23. Oktober 2017 19:30 Uhr

Kulturfabrik Becker&Funck, Düren

À l’honneur de Monsieur Telemann

Telemann et la France: Eine klingende Hommage zu Georg Philipp Telemanns 250tem Todesjahr
CordArte:
Daniel Deuter, Violine
Heike Johanna Lindner, Viola da gamba
Markus Märkl, Cembalo

CordArte
Vor allem selten aufgeführtes Repertoire steht im Interesse der musikalischen Arbeit des Ensembles. Als „Schatzgräber“ auf diesem Gebiet fördert CordArte hierbei Kunstwerke zu Tage, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind und einer breiteren Öffentlichkeit wieder bekannt gemacht werden sollen. Fundierte Recherche gepaart mit lebendigem und frischem Musizieren kennzeichnen die Konzerte, die in den vergangenen Jahren auf namhaften Festivals von Publikum und Presse begeistert aufgenommen wurden. So war CordArte in den letzten Jahren u.a. zu Gast bei den Thüringer Bachwochen, dem Fränkischen Sommer, den Tagen Alter Musik Herne, den Händelfestspielen Halle und den Händelfestspielen Göttingen, den Bad Hersfelder Festspielen, der Residenzwoche München sowie den Festspielen St. Gallen. Zahlreiche Konzertmitschnitte und Koproduktionen entstanden in den vergangenen Jahren u.a. mit dem DLF Köln, dem WDR Köln, dem HR, dem SWR und dem BR. Mit bisher sieben CD-Einspielungen konnte CordArte zudem einen Teil seiner bisherigen Arbeit dokumentieren. 2004 erschien in Koproduktion mit dem BR das CD-Debut mit Werken aus Biagio Marinis Opus 8 bei Raumklang. 2005 folgte bei Musicom“Unterwegs”, ein gemischtes Programm von italienischen und deutschen Meistern des 17. Jahrhunderts. Mit der im April 2007 erschienenen CD “Musicalische Frühlingsfrüchte”, bei der u.a. Werke des Lübecker Komponisten Dieterich Buxtehude im Zentrum stehen, beginnt die Zusammenarbeit mit dem schweizer Label PANCLASSICS. Im November 2007wurde hier “Treasures” veröffentlicht. Diese Aufnahme versammelt teilweise erstmals eingespielte Kammermusik aus der Musikaliensammlung der Grafen von Schönborn zu Wiesentheid. Es folgte im April 2008 mit dem Titel “Sonate, Battaglie & Lamento” ein Programm süddeutscher Instrumentalmusik aus der Sammlung des Olmützer Bischofs Karl von Liechtenstein-Castelcorn, die heute in der Stiftsbibliothek des tschechischen Kremsier aufbewahrt wird. Die CD “Mein Herz ist bereit” mit norddeutschen Basskantaten wurde im April 2008 zusammen mit dem Sänger Peter Kooj eingespielt und erschien im Januar 2009 ebenfalls bei PANCLASSICS. Im November des gleichen Jahres wurde in Koproduktion mit dem DLF Köln eine Einspielung mit mit englischer Musik im Umfeld Henry Purcells veröffentlicht, dessen 350ter Geburtstag 2009 gefeiert wurde. Die jüngste Veröffentlichung des Ensembles im September 2013 ist eine CD mit deutschen Solo-Kantaten mit der tschechischen Sopranistin Hana Blazikova. In seiner bisherigen Arbeit wurde CordArte u.a. von der Degussa Stiftung, der Kunststiftung NRW sowie dem Kulturamt der Stadt Köln unterstützt. CordArte ist Mitglied der Geselkschaft für Alte Musik Köln.

Programm
Marin Marais (1656-1728) Sonate à la Maresienne für Violine und B.c.
Suite a-Moll aus „IIIéme Livre des Piéces de Viole“ Prélude – Fantaisie – Allemande – Courante – Sarabande – Gigue
Georg Philipp Telemann (1681-1767) Partia für Cembalo solo G-Dur, TWV 32:1
Fantasie Es Dur für Violine solo, TWV 40:20 Dolce – Allegro – Largo – Presto
Trio V g-Moll, à Basse de Viole, Violon & Basse chifrée, TWV 42:g1 Adagio – Vivace – Adagio – Allegro
PAUSE
Dietrich Buxtehude (1637-1707) Triosonate B-Dur op.4 No-1 für Violine,Viola da gamba und B.c. Ciaconna.Vivace / Lento / Allegro – Allemande – Courante – Sarabande – Gigue
Anonymus (2. Hälfte 17. Jh.) Lübecker Viola da gamba Solo in d-Moll
Johann Sebastian Bach (1685-1750) Toccata in G-Dur für Cembalo, BWV 916 Ohne Bezeichnung – Adagio – Allegro
Triosonate G-Dur in der Fassung für Violine, Viola da gamba und B.c., BWV 1038 Adagio – Allegro ma non tanto – Andante – Allegro moderato

Daniel Deuter, geboren 1968 in Mülheim a. d. Ruhr, erhielt seine geigerische Ausbildung von Tibor Istvánffy und Geoffry Wharton.
Die Beschäftigung mit den adäquaten Mitteln und Manieren der Alten Musik mündete in Konzerte und Produktionen mit Philippe Herreweghe, Martin Gester, Jos v. Veldhoven, Jordi Savall, Frieder Bernius, Reinhard Goebel, Eric v. Nevel, René Jacobs u. v. a. Kammermusikalische Arbeit mit Peter Kooij, Jed Wentz, Marie Leonhardt, Christian Rieger, William Dongois, Silas Standage, Michala Petri, Manfredo Krämer u. a. führten den Stipendiaten der Händel-Akademie nach England, Frankreich, Belgien, Israel, Österreich, Indien, Ungarn, Tschechien, in die Schweiz, die Vereinigten Staaten und in die Niederlande. Er leitet Orchester-Workshops (z. B. Le Parlement du Musique), ist Dozent für Barockvioline (early music summerschool Valtice, Michaelsteiner Sommerakademie) und Konzertmeister der Batzdorfer Hofkapelle, die seit 1993 Opernwerke des Dresdner Repertoires ohne Dirigent in Szene setzt.

Heike Johanna Lindner wurde in Neuwied am Rhein geboren. Sie studierte Violoncello bei Prof. Christoph Richter und Viola da gamba bei Hans-Georg Kramer an der Folkwang-Hochschule Essen. Ihr Solistendiplom Viola da gamba legte sie am Koninklijk Conservatorium Den Haag bei Wieland Kuijken ab und studierte dort zusätzlich Barockcello bei Jaap ter Linden. Meisterkurse,
u. a. bei Paolo Pandolfo, Wouter Möller und Reinhard Goebel runden ihre Ausbildung ab. Regelmäßige kammer-musikalische und solistische Auftritte, sowie Rundfunk-, CD- und TV-Aufnahmen mit diversen Kammermusikensembles und Orchestern
(u. a. ( u.a. Akademie für Alte Musik Berlin, RIAS Kammerchor, Capella de la torre, Musica Antiqua Köln, Cantus Cölln, Taverner Consort, Concerto Köln, Das kleine Konzert, Kölner Akademie, Musica Fiata, Das Neue Orchester, Capella Coloniensis, Bell’Arte Salzburg, Hamburger Ratsmusik, L’Arco) im Inland, sowie in den USA, den Niederlanden, Israel, Frankreich, England, der Schweiz, Österreich, Schweden, Norwegen, Dänemark, Portugal, Spanien, Griechenland, Polen, Tschechien und Italien dokumentieren ihre Tätigkeit als freischaffende Musikerin.

Markus Märkl wurde einmal von der englischen Presse als ein Künstler von “blendender Virtuosität und geistreichem Witz” bezeichnet. Er stammt aus dem bayerisch-schwäbischen Dillingen an der Donau und studierte nach dem Abitur in Augsburg Cembalo und Orgel. Der Klang historischer Tasteninstrumente faszinierte ihn nachhaltig, so dass sich Markus Märkl zu weiterführenden Studien der Alten Musik an der Schola Cantorum Basiliensis in der Schweiz entschied. Nach seinen Basler Diplomabschlüssen 1995 führte ihn sein künstlerischer Weg nach Paris an der Seine, seit 1998 lebt Märkl als freischaffender Musiker in Köln am Rhein und widmet sich hier neben seiner solistischen Tätigkeit vor allem der Kammermusik. Seine Konzerttätigkeit führte ihn neben weiten Teilen Europas nach Israel, den USA, Singapur und Australien. Als Mitglied des Kölner Ensembles CordArte erforscht Markus Märkl seit 2003 das unerschöpflich reiche und hochwertige Repertoire des 17. Jahrhunderts. Zusätzlich gibt er gerne Kurse für Generalbass oder Improvisation. Anlässlich erster Erfahrungen mit der Ensembleleitung bei den Basler Bachkantaten in der Predigerkirche entschloss sich Markus Märkl zu einem professionelleren Einblick in das Dirigieren, von Oktober 2009 bis Juni 2010 war er Student in der Dirigierklasse von Prof. Michael Luig an der Kölner Musikhochschule. Zahlreiche CD-Einspielungen ergänzen und dokumentieren Markus Märkls künstlerische Vielseitigkeit, seit 2013 hat er einen eigenen YouTube-Kanal auf dem er einen Teil seiner bisherigen Aufnahmen online gestellt hat. Als Gründungsmitglied und Vorstand der Kölner Gesellschaft für Alte Musik e.V. engagierte sich Markus Märkl von 2011 bis Ende März 2017 zudem kulturpolitisch in seiner Wahlheimat Köln und in NRW.
Markus Märkl interessieren vor allem Programme mit einem thematischen oder historischen Fokus, die Zusammenhänge aufzeigen oder interessante Einblicke vermitteln können in ein Repertoire, das auch heute noch weitgehend dem «Kenner und Liebhaber derartiger Gemüthsergötzung» vorbehalten ist. Wichtig ist ihm hierbei, dass trotz der hierfür notwendigen wissenschaftlichen Einarbeitung am Ende die Musik für sich selbst spricht. So sucht er einen lustvollen und anregenden Umgang mit historischen Quellen, die er auf humorvolle Art seinem Publikum vermittelt. Und gerne zitiert er einen Satz von August Everding, der jedem Interessierten an der teilweise nicht immer einfach zu konsumierenden «Kunst» ein Leitfaden sein dürfte: Wissen macht Lust. – Und ja vielleicht Lust auf mehr!

Die "Tonspuren" werden unterstützt durch: