23. Oktober 2017 19:30 Uhr

Kulturfabrik Becker&Funck, Düren

"John, come kiss me now!" Spirit & Pleasure goes Folk

Duo Christoph Mayer (Violine) – Johanna Seitz (Harfe)

Der Titel “John, come kiss me know!” stammt von einer alten englischen Weise, die in verschiedenen Sammlungen auftaucht. Sie führt in einen Abend mit romantischen, emotionalen und frechen Songs und Tänzen aus dem reichen Schatz schottischer, englischer und irischer traditioneller Musik.
Was auf den ersten Blick wie Crossover anmutet, stellt sich als ein historisch fundiertes und durch die ergiebige Quellenlage vielfältiges Programm heraus:
Extrem attraktiv, überraschend, virtuos und sentimental zugleich.

Es kommt sicherlich selten vor, dass ein Geiger, der als Kammermusiker in der Londoner Wigmore Hall, in der Berliner Philharmonie oder im Lincoln Center in New York auftrat, sich mit dem historischen Folk beschäftigt und ihn mit hoher Seriosität, aber zugleich mit einer musikantischen Verve, mit Kunstfertigkeit, mit Sentiment und Frechheit auf die hiesigen Bühnen bringt und bei alldem ein kammermusikalisch geschultes Publikum begeistert und mit einbezieht in diese Welt voller Emotionen.
Das Spiel der Harfenistin Johanna Seitz lässt jedes Herz aufgehen, zaubert Klangfarben, überrascht mit Virtuosität und berückt durch Emotion.

Dieses Programm schließt die Lücke zwischen Angeboten mit elektronisch verstärkten Folkbands, zu denen viele Menschen prinzipiell nie gehen würden, und einer sehr klassischen Konzertsituation, in die sich andere Menschen nicht hinein wagen: es ist deshalb für jede Kammermusikreihe perfekt geeignet, neues Publikum anzusprechen, ohne die traditionellen Konzertbesucher abzuschrecken!

Christoph Mayer erhielt seine geigerische Ausbildung an den Musikhochschulen in München und Köln.
Eine intensive Auseinandersetzung mit der historischen Aufführungspraxis führte zur Mitwirkung in den
meisten renommierten deutschen Barockorchestern, nicht zuletzt im Ensemble „musica antiqua köln“, mit dem er mehrere Jahre auch kammermusikalisch in zahlreichen Konzerten und vielen, teils preisgekrönten, Aufnahmen zu hören war. Seine hohe Reputation als Kammermusiker belegen Auftritte bei internationalen Musikfestivals, wie der Styriarte Graz, den Schwetzinger Festspielen und Klang & Raum Irsee sowie in bedeutenden Konzertsälen wie der Londoner Wigmore Hall, der Tonhalle Zürich, im Concertgebouw Amsterdam, im Lincoln Center und in „The Frick Collection“ New York oder der Berliner Philharmonie. Neben zahlreichen Rundfunkaufnahmen und CD-Einspielungen in größeren Formationen wirkte Mayer bei vielen Kammermusikaufnahmen mit, darunter mit „musica antiqua köln“ (Werke von Telemann bei Deutsche Grammophon ), „Schuppanzigh-Quartett“ (Streichquartette von Beethoven u.a. bei WDR, CPO, DLF, Ars musici, Capriccio u.a.), „SCALA köln“ (Boccherini u.a. bei MDG, WDR ) „Musica ad Rhenum“ (u.a.Flötenquartette von Mozart bei Vanguard Classic usw.) und „Ensemble 1700“ (Vivaldi bei BR, WDR, Aurel Edition). Mayer ist gefragter Dozent für historische Aufführungspraxis auf Kursen und Seminaren. Jährlich reist er seit 2004 als „Botschafter der historischen Aufführungspraxis“ in Kooperation unter anderem mit dem Goethe-Institut Moskau nach Nizhny Novgorod (ehem. Gorki), Russland. Seine Meisterklasse und die Seminare an der staatlichen Musikhochschule „Mikhail Glinka“ besuchen neben den Studenten auch deren Dozenten und Professoren. 2006 wurde er zum Ehrenprofessor ernannt. Er ist Art Director des Festival BAROQUE & CLASSIC Nizhny Novgorod.

Johanna Seitz studierte Konzertharfe in Wuppertal und Essen (Hochschulpreis), Barockharfe in Den Haag und Mailand. Ihr Interesse gilt dem Spielen und Erforschen vor allem historischer Harfen sowie der Suche nach originaler Harfenmusik. Ein zweiter Schwerpunkt sind Projekte mit Schauspiel, Tanz und Improvisation. Als Continuospielerin und Solistin ist sie Gast auf vielen Festivals in Europa, im Nahen Osten, in Asien und Afrika, dokumentiert durch zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen. Neben ihrem Duo mit Elisabeth Seitz (Salterio), für das bereits mehrere zeitgenössische Kompositionen entstanden sind, spielt sie u.a. mit Concerto Köln, Echo du Danube, Musica Fiata, Harmonie Universelle, Collegium 1704, United Continuo Service, Das Kleine Konzert, der Batzdorfer Hofkapelle, Le Parlement du Musique sowie an vielen Opernhäusern Europas, z.Zt. beim Monteverdizyklus an der Oper Köln mit Konrad Junghänel. Mittlerweile besitzt sie eine große Sammlung an Harfen vom Mittelalter bis zu den frühen Pedalharfen, die je nach Programm und Repertoire im Konzert zu hören sind.
Bei der Edition Walhall ist sie Herausgeberin einer Harfenmusikreihe. Zwei Ersteinspielungen von
wiederentdeckten Harfenkonzerten von G.Ch. Wagenseil und J.W. Hertel sind bei ACCENT bzw. aeolos
erschienen. Sie gibt Kurse für Alte Musik und Folklore (Steglitzer Tage für Alte Musik, Akademie Alte Mühle Bellersen), auf Einladung von Prof. Helga Storck unterrichtete sie an den Musikhochschulen in München und Kattowitz sowie am Mozarteum in Salzburg; in München unterrichtete sie “Continuospiel fürHarfenisten”.

Die "Tonspuren" werden unterstützt durch: