18. September 2017 19:30 Uhr

Kulturfabrik Becker&Funck, Düren

Frau Nelles und die Nachtigall

Musik mit Gezwitscher von Händel, Bach und Telemann

Theresa Nelles, Sopran
Barock:Trio:Köln:Plus
Darja Großheide, Traversflöte und Blockflöte
Elisabeth Wand, Barockcello
Markus Märkl, Cembalo
Stefan Koim, Barockgitarre und Laute

Nicht nur Dichter, auch Komponisten lassen sich seit jeher vom Gesang der Nachtigall inspirieren. Welche Instrumente sollten besser geeignet sein, ihren lieblich-leichten, aber auch nächtlich-melancholischem Klang zu imitieren als Gesang und Flöte?

Programm
Jacob van Eyck (ca 1590 – 1657) “Den Nachtegael” für Flöte
Pietro Torri (ca 1650 – 1737) „Son rosignolo“, Arie aus der Oper “Ismene”
Francois Couperin (1668 – 1733) Le Gazoüillement – Les Baricades Mistérieuses aus dem Sixième Ordre des Pièces de Clavecin, Deuxième Livre 1716/1717 Le Rossignol-en-amour, avec le Double du Rossignol sur la Flute Traversiere aus dem Quatorzième Ordre des Pièces de Clavecin, Troisième Livre 1722
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) „Schweigt ihr Flöten!“, Rezitativ und Arie aus der Kantate „Oh holder Tag, erwünschte Zeit“ BWV 210
Pause
Georg Philipp Telemann (1685 – 1768) “Die Liebe”, eine Moralische Kantate
Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) Chaconne in G-Dur HWV435 für Cembalo
Giusppe Fedeli (vor 1680 – nach 1733) „Warbling the birds enjoying“
Gaspar Sanz (1640 – 1710) Canario für Gitarre
Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) „Sweet bird“ aus dem Oratorium „L´Allegro, il Penseroso ed il Moderato“

Theresa Nelles, Sopran
Schon während ihrer langjährigen Chormitgliedschaft im Mädchenchor am Kölner Dom durfte Theresa Nelles erste solistische Aufgaben übernehmen, war zudem Sängerin einer Jazzband und entschied sich nach dem Abitur für ein Gesangsstudium an der Musikhochschule Köln bei Frau Prof. Mechthild Georg. Sie studierte zudem in Rom bei Prof. Rosanna Straffi am Conservatorio Santa Cecilia, absolvierte Meisterkurse u.a. bei Krisztina Laki, Kurt Widmer, Ingeborg Danz und arbeitet nach wie vor eng mit Prof. Michaela Krämer in Düsseldorf zusammen. Engagements führen die Sängerin ins In- und Ausland u.a. zum Festival Internazionale die Musica e Arte Sacra nach Rom, Sizilien, in die Schweiz, Frankreich, nach Israel, zu den Internationalen Händelfestspielen nach Göttingen, an die Opernhäuser Krefeld/Mönchengladbach, Koblenz, Gelsenkirchen, an das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth, zu verschiedenen Festivals, in Konzertsäle und nicht zuletzt in große Kirchen wie in den Kölner Dom. Die Sopranistin arbeitete u.a. mit der Neuen Philharmonie Westfalen, den Bochumer Sinfonikern, dem WDR Funkhausorchester, dem Gürzenichorchester Köln, BonnBarock, Musica Alta Ripa, Concerto Köln u.v.a. Auch im Bereich der Neuen Musik ist Theresa Nelles vielfältig tätig, wie zuletzt mit dem Harfenisten Prof. Andreas Mildner und der ihnen gewidmeten Komposition Lieder in Bildern (liederinbildern.com) von M. Schönewolf. 2014/15 interpretierte die Sopranistin eine der Hauptrollen in der UA der Oper Abraham von Daniel Schnyder und übernahm 2016/17 erneut die Solopartie im neuen Werk des Komponisten – Logos.

Darja Großheide, Travers- und Blockflöte
studierte zunächst Blockflöte bei Maestro Sergio Balestracci in Padua (Italien).Es folgten Studienabschlüsse an den Musikhochschulen von Maastricht (NL) und Köln. Bei Prof. Karl Kaiser machte sie ein Aufbaustudium für Traversflöte an der MHS Frankfurt, bei Martin Sandhoff spezialisierte sie sich zusätzlich auf das Spiel romantischer Klappenflöten. Sie konzertiert mit verschiedenen Barockorchestern sowie in unterschiedlichen kammermusikalischen Formationen. Die Kammermusik und die dazugehörigen Recherchen nach Notenmaterial des achtzehnten Jahrhunderts bilden ihren Interessenschwerpunkt. Mehrere CD-Produktionen mit Ersteinspielungen ihres Ensembles „musica solare“ sind aus dieser Arbeit hervorgegangen. Seit Juni 2010 organisiert Darja Großheide die Kammerkonzertreihe „Tonspuren“, die seit 2015 in der Kulturfabrik Becker&Funck in Düren stattfindet.

Markus Märkl wurde einmal von der englischen Presse als ein Künstler von “blendender Virtuosität und geistreichem Witz” bezeichnet. Er stammt aus dem bayerisch-schwäbischen Dillingen an der Donau und studierte nach dem Abitur in Augsburg Cembalo und Orgel. Der Klang historischer Tasteninstrumente faszinierte ihn nachhaltig, so dass sich Markus Märkl zu weiterführenden Studien der Alten Musik an der Schola Cantorum Basiliensis in der Schweiz entschied. Nach seinen Basler Diplomabschlüssen 1995 führte ihn sein künstlerischer Weg nach Paris an der Seine, seit 1998 lebt Märkl als freischaffender Musiker in Köln am Rhein und widmet sich hier neben seiner solistischen Tätigkeit vor allem der Kammermusik. Seine Konzerttätigkeit führte ihn neben weiten Teilen Europas nach Israel, den USA, Singapur und Australien. Als Mitglied des Kölner Ensembles CordArte erforscht Markus Märkl seit 2003 das unerschöpflich reiche und hochwertige Repertoire des 17. Jahrhunderts. Zusätzlich gibt er gerne Kurse für Generalbass oder Improvisation. Anlässlich erster Erfahrungen mit der Ensembleleitung bei den Basler Bachkantaten in der Predigerkirche entschloss sich Markus Märkl zu einem professionelleren Einblick in das Dirigieren, von Oktober 2009 bis Juni 2010 war er Student in der Dirigierklasse von Prof. Michael Luig an der Kölner Musikhochschule. Zahlreiche CD-Einspielungen ergänzen und dokumentieren Markus Märkls künstlerische Vielseitigkeit, seit 2013 hat er einen eigenen YouTube-Kanal auf dem er einen Teil seiner bisherigen Aufnahmen online gestellt hat. Als Gründungsmitglied und Vorstand der Kölner Gesellschaft für Alte Musik e.V. engagierte sich Markus Märkl von 2011 bis Ende März 2017 zudem kulturpolitisch in seiner Wahlheimat Köln und in NRW.
Markus Märkl interessieren vor allem Programme mit einem thematischen oder historischen Fokus, die Zusammenhänge aufzeigen oder interessante Einblicke vermitteln können in ein Repertoire, das auch heute noch weitgehend dem «Kenner und Liebhaber derartiger Gemüthsergötzung» vorbehalten ist. Wichtig ist ihm hierbei, dass trotz der hierfür notwendigen wissenschaftlichen Einarbeitung am Ende die Musik für sich selbst spricht. So sucht er einen lustvollen und anregenden Umgang mit historischen Quellen, die er auf humorvolle Art seinem Publikum vermittelt. Und gerne zitiert er einen Satz von August Everding, der jedem Interessierten an der teilweise nicht immer einfach zu konsumierenden «Kunst» ein Leitfaden sein dürfte: Wissen macht Lust. – Und ja vielleicht Lust auf mehr!

Elisabeth Wand, Violoncello
studierte Cello an der Hochschule für Musik Köln bei Prof.J.Herzbruch sowie an der Musikhochschule Detmold bei Frau Prof. I. Güdel. Künstlerische Aufbaustudien an den Musikhochschulen Köln (bei M.M. Kasper) und an der Musikhochschule Frankfurt (Barockcello bei Prof. R. Zipperling) schlossen sich an. Neben ihrer Lehrtätigkeit tritt sie regelmäßig als Solistin und Kammermusikerin auf. Mit der Flötistin Dorothee Oberlinger wurde sie für das Nachwuchsforum Neue Musik der „Gesellschaft für Neue Musik“ ausgewählt. CD-Produktionen sowie Aufnahmen beim WDR, HR, SWR und im Ausland schlossen sich an. Seit 2002 widmet sie sich in verschiedenen Ensembles (z.B. Concerto Köln, Das Neue Orchester, Das Kleine Konzert) der historischen Aufführungspraxis. Ihre Einspielung mit dem Geiger Stephan Schardt wurde 2014 mit dem renommierten ECHO-Klassik-Preis ausgezeichnet.

Stefan Koim, Barockgitarre und Laute
schloss seine Gitarrenstudien in Köln bei  Prof. Hubert Käppel mit Auszeichnung ab. In Salzburg erwarb er außerdem den Bachelor of Arts. Nach einem einjährigen Studium im Rahmen des Fulbright Programmes am New England Conservatory Boston,USA in der Klasse von Eliot Fisk kehrte Stefan Koim an die Universität Mozarteum Salzburg zurück, wo er im Rahmen eines Erasmusprojekts schon gewesen war und schloss dort das Studium Master of Arts mit Auszeichnung ab. Der Grad Master of Music (mit Auszeichnung) wurde ihm 2014 von der Hochschule für Musik Würzburg verliehen. Momentan vervollständigt Stefan Koim seine musikalische Ausbildung an der dortigen Musikhochschule in der Meisterklasse von Prof. Jürgen Ruck. Ergänzt wurde die bisherige musikalische Ausbildung durch regelmäßige Meisterkurse bei renommierten Musikern wie Konrad Junghänel, Carlo Marchione, Roberto Aussel, Zoran Dukic, Pavel Steidl, Manuel Barrueco, Oscar Ghiglia oder Han-an Liu. Mit dem Ensemble Cembaless gewann Stefan Koim im Jahr 2015 sowohl den 3. Preis als auch den Publikumspreis des Biagio-Marini-Wettbewerbs in Neuburg an der Donau, 2016 folgte der Publikumspreis der “ZAMUS Spielwiese” und Anfang diesen Jahres der Publikumspreis und der “Förderpreis Alte Musik des Saarländischen Rundfunks“. Aufgrund seiner Vielseitigkeit und der Beherrschung weiterer Instrumente wie E-Gitarre, Banjo, Charango, Barockgitarre und Erzlaute wird Stefan Koim für Uraufführungen, Filmmusiken und Opernaufführungen (u.a. Oper Köln, Mozarteum Salzburg) angefragt. Konzertreisen führten ihn nach Russland, Italien (u.a. Composit New Music Festival 2012), Schweiz, Österreich, Dänemark (Guitar+Festival 2013) und in die USA. 2013 eröffnete er u.a. das renommierte BostonGuitarFest mit einer Uraufführung. Stefan Koim wurde u.a. von der Rotary Foundation, der Fulbright-Kommission, der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung, der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Bei „musicaphon“ erschienen seine Solo CDs “A l’Espagnol” und “Royal”.

Die "Tonspuren" werden unterstützt durch: