31. Oktober 2016 19:30 Uhr

Kulturfabrik Becker&Funck, Düren

Das Mirabell Duell - Wie Mozart Michael Haydn half

Harmonie Universelle
Monica Waisman, Violine
Florian Deuter, Viola
Thomas Höft, Moderation

Es ist schwer, der Bruder eines Weltstars zu sein. Dass musste auch Michael Haydn erfahren, dessen Bruder Joseph schon zu Lebzeiten als Inbegriff der Musik vergöttert wurde. Michael dagegen schuftete in der Nachfolge von Wolfgang Amadeus Mozart als Organist beim ebenso groben wie gestrengen Erzbischof Colloredo in Salzburg. Kein Wunder also, dass der Komponist öfter zur Flasche griff als im gut tat. Einmal musste ihm sogar sein brillanter Vorgänger Mozart helfen, als es ihm wegen Trunkenheit nicht gelang, die geforderten Violinduette fertig zu stellen. Thomas Höft, Monica Waisman und Florian Deuter erzählen eine ebenso rührende wie lustige Geschichte aus dem Salzburger Schloß Mirabell.

Programm
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) Duo für Violine und Viola in G dur (KV 423) Allegro – Adagio – Rondeau
Franz Anton Hoffmeister (1754 – 1812) Duo für Violine und Viola Nr.4 C dur Allegro – Adagio – Menuetto
Pause
Johann Michael Haydn (1737 – 1806) Sonate für Violine und Viola in C dur (MH335) Allegro – Adagio – Rondo con spirito
Wolfgang Amadeus Mozart Duo für Violine und Viola in B dur (KV424) Adagio,Allegro – Andante cantabile – Andante grazioso

Mónica Waisman, Violine
absolvierte ihr Violinstudium am Oberlin College im US-Bundesstaat Ohio bei Marilyn McDonald sowie bei Elizabeth Wallfisch am Königlichen Konservatorium in Den Haag. Sie begann ihre Kariere als Barockgeigerin bei einigen der bekanntesten europäischen Ensembles und Orchestern der Alten Musik, die sie auf Tourneen durch die ganze Welt führten und mit denen sie an vielen verschiedenen Aufnahmen des europäischen Standardrepertoires mitgewirkt hat. Derzeit spielt sie regelmäßig mit dem Ensemble Musica Temprana, mit dem sie erst kürzlich wiederentdeckte Schätze der Musikliteratur des 18. Jahrhunderts aus Südamerika aufgenommen hat und Konzerte in Europa und Südamerika gibt. Weiterhin ist sie Konzertmeisterin des Ensembles 1700 von Dorothee Oberlinger. 2003 gründete Mónica Waisman mit Florian Deuter das Ensemble Harmonie Universelle mit dem sie die Kammermusik und Orchesterliteratur des 17. und 18. Jahrhunderts ergründet.

Florian Deuter, Viola
kann auf eine bemerkenswerte Karriere im Bereich der historischen Aufführungspraxis zurückblicken. Sie begann 1986 mit der Einladung durch Reinhard Goebel zu Musica Antiqua Köln; wo er von 1994 bis 2000 auch die Konzertmeisterposition einnahm. Sein herausragendes Talent und seine unstillbare Energie brachten ihn schnell auch an die Spitze anderer renommierter Ensembles im Bereich der Alten Musik. So wirkte er als Konzertmeister u.a. beim Gabrieli Consort unter der Leitung von Paul McCreesh, bei Chapelle Royale und Collegium Vocale Gent unter Philippe Herreweghe und bei Marc Minkowskis Musiciens du Louvre. Hinzu kommen solistische Aufgaben und Konzertmeister-Positionen im Amsterdam Baroque Orchestra unter Ton Koopman, dem European Baroque Orchestra, Musica ad Rhenum und Capriccio Stravagante. 2003 gründete Florian Deuter das Ensemble Harmonie Universelle, um mit ihm die Kammermusik- und Orchesterliteratur des 17. und 18. Jahrhunderts neu zu entdecken.

Thomas Höft, Moderation
arbeitet als Autor, Regisseur und Dramaturg in sehr unterschiedlichen Bereichen der Kunst. Er verantwortete große historische Themenausstellungen in deutschen und österreichischen Museen und schrieb Sachbücher – für „Welt aus Eisen“ wurde er mit dem Österreichischen Staatspreis Buchkunst ausgezeichnet. Vor allem aber ist er mit zahlreichen Theaterstücken und Opernlibretti bekannt geworden. So schrieb er eine Neufassung von Suppés „Schöner Galathee“ für die Deutsche Oper Berlin, das Ballett „Circe und Odysseus“ für den amerikanischen Komponisten Gerald Humel und die Berliner Komische Oper, und für Siegfried Matthus die Oper „Kronprinz Friedrich“, die von Götz Friedrich uraufgeführt wurde. 2006 folgte die Oper „Radek“ mit der Musik von Richard Dünser bei den Bregenzer Festspielen, und 2010 fand an der Wiener Staatsoper die Premiere von Thomas Höfts neuer Oper „Pünktchen und Anton“ nach Erich Kästner zur Musik von Iván Eröd statt. Iván Eröd vertonte auch Thomas Höfts Sinfonische Kantate „Øresund“ über die Rettung der dänischen Juden 1943.
Durch Götz Friedrich zu ersten Regiearbeiten ermutigt, nimmt die Musiktheaterregie einen gewichtigen Raum in Thomas Höfts Schaffen ein. Er inszeniert vor allem Barockopern, u.a. Fux‘ „Orfeo“ und „Il fonte della salute“ , Purcells „Dido and Aeneas“ und „King Arthur“ oder Händels „Xerxes“. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Jordi Savall, Giovanni Antonini und Hermann Max.
Seit 1994 arbeitet Thomas Höft als Dramaturg des Grazer Klassikfestivals „styriarte“ und seit 2003 auch vom Osterfestival „Psalm”. Von 1999 bis 2001 war Thomas Höft Intendant des Brandenburger Theaters und von 2003 bis 2005 Intendant des Gedenkjahres zum Augsburger Religionsfrieden „Pax 2005“. Seit 2012 leitet er das Kölner Zentrum für Alte Musik (ZAMUS) als Geschäftsführer der Kölner Gesellschaft für Alte Musik.

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