27. März 2017 19:30 Uhr

Kulturfabrik Becker&Funck, Düren

Armonia soavissima et artificiosa - Diminutionen aus Italien und England

Diminutionen von Luzzaschi, Monteverdi, Hume, Norcombe…
L`AMOROSO
Guido Balestracci, Viola da gamba
Massimo Moscardo, Theorbe

In den Diminutionen, die sich gegen Ende des 16ten und zu Beginn des 17ten Jahrhunderts entwickeln, zeigt sich die enge Verbindung von vokalem und instrumentalen Virtuosismus und der Improvisationspraxis. Genau wie im Jazz oder im Blues findet diese Musik Anregung im vokalen Repertoir von Madrigalen und französischen Chansons sowie in den Ostinatobässen der Tänze. Diese Werke bestehen demnach aus echten “Standarts” der Zeit, die jeder Komponistenvirtuose mit seiner persönlichen Improvisation belebt. Von Italien aus, dem Ursprungsland dieser Musik, reist das Programm nach England, wo raffinierte Gesangs- und Instrumentalsprache in der höfischen Musik ebenso wie in der Volksmusiktradition wurzeln.

Guido Balestracci
wurde 1971 in Turin geboren. Seit der Beendigung seiner Studien an der Scola Contorum Basel bei Paolo Pandolfo, am Italienischen Conservatorium sowie der Universität von Cremona verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit musikalischen Persönlichkeiten wie Jordi Savall, Paolo Pandolfo, Christoph Coin und Martin Gester.An ihrer Seite konzertierte es solistisch in ganz Europa, den Vereinigten Staaten, in Südamerika und Japan.
Seine Einspielung der Gambensonaten mit obligatem Cembalo von Johann Sebastian Bach haben im Januar 2007 den Choc du Monde de la Musique erhalten. Zusätzlich zu seiner Arbeit als Interpret widmet sich Guido Balestracci musikwissenschaftlichen Recherchen über die Gambenfamilie innerhalb der europäischen Kultur von Beginn des 16ten Jahrhunderts bis zum Ende der Barockzeit. Er ist einer der wenigen Spieler des Baryton, welches Haydn so sehr schätzte. 2011 spielte G.Balestracci Haydns Baryton-Trios bei dem Label Ricercar ein.
1997 gründete er das Ensemble l`Amoroso für die Arbeit mit den unterschiedlichen Instrumenten der Gambenfamilie. Einspielungen, in denen er sowohl als Leiter als auch als Solist auftritt, erschienen bei Symphonia, Zig Zag Territoires et Ricercar. Sie erhalten regelmäßig wichtige internationale Preise wie Diapason d’or, 10 de Répertoire, Prix Goldberg, Premio Vivaldi della Fondazione Cini, Eccezionale de Scherzo, Choc du Monde de la Musique… insbesondere die “Consonanze stravaganti”, gefolgt von “Seconde stravaganze”, gelten als Pieoniersarbeiten im Bereich italienischer Consortmusik.
Guido Balestracci unterrichtet Viola da gamba an den Musikhochschulen in Straßburg, Turin und Barcelona ; er ist Professor in Genf und Paris.

Massimo Moscardo, Theorbe
Der ialienische Lautenist Massimo Moscardo beendete seine Ausbildung am Conservatorium in Alessandria mit Auszeichnung. In den 80ger Jahren begann er seine künstlerische Laufbahn als Gitarrist mit dem Kammermusikensemble “Gruppo Musicale Cameristico”. Seit 1989 lebt er in Paris und widmet sich der Historischen Aufführungspraxis. Er konzertiert regelmäßig mit zahlreichen namhaften Renaissance- und Barockensembles (Les Arts Florissants, Le Concert Spirituel, Le Poème Harmonique, Clément Janequin, Le Parlement de Musique, Suonare e Cantare, Akademia, J. Moderne, …) in vielen Ländern und hat als sein Spezialgebiet das Continuospiel auf seltenen Instrumenten wie dem Tiorino oder der Ceterone kultiviert. Neben zahlreichen Produktionen mit größeren Formationen dokumentieren auch diverse CD-Einspielungen als Solist seine Arbeit.

Die "Tonspuren" werden unterstützt durch: