16. Januar 2017 19:30 Uhr

Kulturfabrik Becker&Funck, Düren

Von Bach bis Mozart

Von der barocken zur klassischen Violinsonate
Stephan Schardt und Michael Borgstede spielen Sonaten von J.S. Bach, Chr. Graupner, C.Ph.E. Bach, J. Stamitz, J. Christian Bach, W.A. Mozart für Violine und obligates Clavier

Programm
J.S. Bach (1685-1750) Sonate für obligates Cembalo und Violine c-moll BWV 1017 (1725?) Largo – Allegro – Adagio – Allegro
Chr. Graupner (1683-1760) Sonate für obligates Cembalo und Violine g-moll GWV 709 Largo – Allegro – Andante – Vivace
C.Ph.E. Bach (1714-1788) Sonate für obligates Cembalo und Violine c-moll Wq. 78 (1763) Allegro moderato – Adagio ma non troppo – Presto
Pause
J.V.Stamic (1717-1757) Sonate D-Dur op. 6/5 für Violine und B.c op.6/5 (Druck: 1759) Adagio – Allegro – Minuetto
J. Chr. Bach (1735-1782) Sonate für Clavier und Violine A-Dur op. 16/5 (1779) Allegretto – Pastorale: non tanto Allegro
W.A. Mozart (1756-1791) Sonate für Clavier und Violine G-Dur KV. 301 (1778) Allegro con spirito – Allegro

Stephan Schardt
hat sich als Solist und Kammermusiker sowohl auf der historischen, als auch auf der modernen Violine einen Namen gemacht. Sein breitgefächertes Repertoire reicht von der Violin- und Kammermusik des 17. und 18. Jahrhunderts bis weit ins 20. Jahrhundert.
Er studierte Violine und historische Aufführungspraxis bei Prof. Frj. Maier und P. Novsak an der Musikhochschule Köln sowie an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. Stephan Schardt war 1. Konzertmeister bei den Landesbühnen Sachsen. Als Gast spielte er bei der Staatskapelle Dresden sowie dem WDR-Sinfonieorchester Köln, war als Konzertmeister Gast bei den Bamberger Sinfonikern und der Camerata Salzburg und konzertierte als leitender Solist bei der Kammerakademie Potsdam und I Musici di Santa Pelagia, Turin. Stephan Schardt war Konzertmeister bei Musica Antiqua Köln und konzertierte mit diesem Ensemble weltweit als Mitglied der Kammermusikformation, Konzertmeister des Orchesters und als Solist. In dieser Zeit spielte er zahlreiche CDs für Deutsche Grammophon und andere Labels ein. Nach der Auflösung von Musica Antiqua Köln wandte sich Stephan Schardt wieder dem Violin-Solorepertoire und der Kammermusik zu. Stephan Schardt unterrichtete als Dozent an der Kölner Musikhochschule moderne Violine und an der Folkwang-Hochschule Essen von 2003 bis 2009 Barockvioline, Aufführungspraxis und Kammermusik. Er war mehrfach Gastdozent an der Western Illinois University. Seit 2012 nimmt Stephan Schardt für MDG Musikproduktion Dabringhaus & Grimm auf. Für die Aufnahme der Violinsonaten von G.Ph. Telemann (1715) wurde er 2014 mit dem ECHO-Klassik für die Solistische Einspielung des Jahres (Musik bis inkl. 17./18. Jh.) ausgezeichnet. Zuletzt erschienen „Johannes Brahms: The Violin Sonatas“ mit dem Pianisten Philipp Vogler im Herbst 2015.

Michael Borgstede
Der deutsche Cembalist, Fortepianist und Organist Michael Borgstede gilt auf historischen Tasteninstrumenten als einer der aufregendsten Virtuosen seiner Generation. Als Solist und als Mitglied des Kammermusikensembles Musica ad Rhenum hat er ganz Europa, die USA, Asien, Südamerika und den Nahen Osten bereist und ist bei den wichtigsten Festivals und in den traditionsreichsten Konzerthallen aufgetreten. Zudem ist Michael Borgstede als Professor für Cembalo und Generalbass an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln beschäftigt.
Seine etwa zwei Dutzend CD-Produktionen wurden von der Kritik mit Begeisterung aufgenommen. Schon die Debut-Aufnahme mit dem Gesamtwerk des französischen Komponisten François Couperin wurde mit dem angesehen Editor’s Choice der britischen Fachzeitschrift Gramophone ausgezeichnet. Die niederländische Tageszeitung de Volkskrant sprach von „einer wahren Schatzkiste“ und die amerikanische Fachzeitschrift Fanfare stellte fest, es gebe „keine Entschuldigung, eine Produktion nicht anzuschaffen, die reichen Lohn für viele kommende Jahre“ biete. Nicht weniger enthusiastisch waren die Reaktionen auf das Vier-CD-Set mit Cembalowerken Georg Friedrich Händels. Das deutsche Magazin Fono Forum und die spanischen Kollegen von Scherzo waren sich einig in der Einschätzung, dass es sich um „eine neue Referenzeinspielung“ handele. Michael Borgstedes letzte Solo-Aufnahme mit dem Cembalowerk der Forquerays wurde mit dem Diapason d’Or ausgezeichnet – wie auch seine Kollaboration mit dem Traversflötisten in einer Aufnahme der Flötensonaten und des Musikalischen Opfers Johann Sebastian Bachs.
Michael Borgstede studierte Cembalo mit Jacques Ogg am Königlichen Konservatorium von Den Haag. Weitere musikalische Impulse bekam er am Cembalo von Ton Koopman, Lars Ulrik Mortensen und Gustav Leonhardt, an der Orgel von Bernard Winsemius und Harald Vogel.
In seinen Aufnahmen wie in Konzerten strebt Michael Borgstede stets nach einem kontrastreichen, dramatischen Interpretationsansatz, der der Expressivität und dem rhetorischen Affekt der Barockmusik Genüge tut. Neben seiner ausgiebigen Konzerttätigkeit hat Michael Borgstede an verschiedenen Institutionen unterrichtet und wird regelmäßig eingeladen, internationale Meisterkurse und Lesungen zur „Historischen Aufführungspraxis“ zu geben. 

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