15. Mai 2017 19:30 Uhr

Klosterkirche St.Katharina, Wenau

Königlicher Glanz fürs kleine Budget

Barockmusik für Trompete und Oboe
Die Stadtpfeiferei
Almut Rux – Naturtrompete
Ina Stock – Barockoboe
Christine Moran – Barockvioline
Zsuzsanna Czentnar – Barockvioline und -Viola
Cosima Nieschlag – Barockviola
Martin Burkhardt – Barockcello
Tatjana Voronjova – Cembalo und Orgel

Als Folge des 30jährigen Krieges kam eine neue Musikform auf: kleinbesetzte Kammermusik mit Trompete. Bis dahin war die Trompete ein Instrument, welches nur zum Lobe Gottes oder der weltlichen Herrscher erklingen durfte. Das Erlernen des Trompetenspiels war nur nach eingehender Prüfung des Stammbaums und der Lebensführung möglich. Ein große Anzahl Trompeter ließ Rückschlüsse auf die Macht der Könige zu. Im Krieg spielten die Trompeter eine entscheidende Rolle, denn ohne ihr Signalblasen hätte kein Befehl der Generäle umgesetzt und kein Krieg gewonnen werden können. So war es ein Ziel, gegnerische Trompeter zu töten.
Der Fürstbischof Karl Lichtenstein von Castelcorno (1664-1695) wandelte das böhmische Kremsier zu einer kulturellen Hochburg. Er engagierte zahlreiche hervorragende Musiker und Komponisten und baute eine riesige Musikibliothek auf. Erstmals entstanden Kompositionen, in denen die Trompete gleichberechtigt mit anderen Instrumenten eingesetzt wurde.
Zu dieser Zeit gehörte auch die Oboe (Hautbois) zum Instrumentarium der Stadtpfeifer; ihre Aufgabe bestand nun allerdings nicht mehr allein im Turmblasen, sondern sie war zum städtischen “Allroundmusiker” avanciert, der sowohl bei Kirchenkantoreien als auch bei Hofe eingesetzt werden konnte. Zu den Stadtpfeifern gehörten Posaune, Horn, Dulzian, Zink, Flöte und
Schalmei (die Verwandte der Oboe) für die lauten Töne, sowie Geige, Cello, Traversflöte, Oboe und Cembalo für die leiseren Momente. Die Oboe (französisch “hautbois“, hohes Holz) wurde im 17. Jahrhundert in Frankreich von Jean de Hotteterre entwickelt fand aufgrund ihres im Vergleich zur Schalmei sanfteren, flexiblen Klanges rasch Verbreitung und ganz Europa Besonderer Beliebtheit erfreute sich die Oboe im 18. Jahrhundert bei Komponisten wie Georg Philipp Telemann, Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi.

Almut Rux wuchs in einer Musikerfamilie auf. Dadurch lernte sie schon früh verschiedene Instrumente und sang in vielen Chören mit.
Trompete lernte sie ab 8 Jahren und spielte später in verschiedenen Auswahlchören und Blechbläserensembles.Geige und Viola lernte sie ab dem Alter von 10 Jahren, spielte parallel in mehreren Orchestern, Kammermusikgruppen und Streichquartetten. Nach dem Abitur machte sie eine einjährige Berufsausbildung in der Berufsfachschule Holztechnik in Ludwigsburg, danach eine 3 ½ jährige Ausbildung zur Klavier-und Cembalobauerin, die sie als Landessiegerin Baden-Württemberg abschloss. Außerdem gewann sie verschiedene Klavierstimmwettbewerbe. Nach einem Jahr Anstellung als Klavierbauerin nahm Sie Ihr Musikstudium am Meistersingerkonservarorium Nürnberg zur Instrumentalpädagogin mit Hauptfach Trompete und Viola da Gamba auf. Nach einem Jahr wechselte sie an die Hochschule für Musik Köln, wo sie weiterhin Instrumentalpädagogik mit Hauptfach Trompete bei Professor Friedemann Immer studierte. Dort machte sie Ihren Abschluss in Instrumentalpädagogik mit sehr gut. Parallel führte sie ihr Hauptfachstudium Viola da Gamba in Nürnberg für weitere zwei Jahre durch.Privat nahm sie weiterhin Unterricht in Barockgeige und –Bratsche.
Sie ist häufiger Gast z.B. bei Concerto Köln, dem Freiburger Barockorchester, der Akademie für Alte Musik Berlin, Capella Augustina, Collegium 1704 Prag, Musica Antiqua, Dresdner Barockorchester, Merseburger Hofmusik, Das Neue Orchester, Hamburger Barockorchester, Tafelmusik Toronto, Le Cercle d’Harmonie, Wiener Akademie, Festspielorchester Göttingen, HändelSolisten Karlsruhe, u.a.Sie konzertiert auf der ganzen Welt, außerhalb Europas beispielsweise in den USA, Großbritannien, Japan, China und Taiwan.
Bisher war sie an mehr als 200 CD-, Radio- und TV Produktionen beteiligt und gibt mit ihrer Zwillingsschwester Konzerte für Trompete und Orgel.

Ina Stock, Oboe
begann ihr Studium bei Prof. Helmut Hucke an der Musikhochschule Köln, das sie 1991 mit Auszeichnung abschloss. Ein Aufbaustudium mit Schwerpunkt Barockoboe bei Michael Niesemann beendete sie 1995 mit dem Konzertexamen.
Sie besuchte Meisterkurse bei den Solisten des Israel Philharmonic und des St. Pauls Chamber Orchestra sowie bei Prof. Omar Zoboli. 1990 war sie erste Preisträgerin des Tonger-Oboenwettbewerbes in Köln, 1993 gewann sie den 2. Preis beim internationalen Fernand-Gillet-Wettbewerb in Minneapolis, USA.
Sie spielte Kammermusik in diversen Gruppierungen, u.a. den Trios TriOboe und Treventi, Neue Musik in den Ensembles für Neue Musik Moers und Wuppertal, Musikfabrik und Ensemble Modern.
Ina Stock lebt als freischaffende Musikerin in Köln. Als Expertin für historische
Oboeninstrumente spielt sie regelmäßig mit Ensembles wie Concerto Köln, Die Kölner Akademie, l’arte del mondo, Nederlandse Bachvereniging, Nieuwe Philharmonie Utrecht und dem Orchestre Romantique et Revolutionnaire unter J.E.Gardiner. Als Lehrbeauftragte unterrichtet sie Oboe an der Universität zu Köln und an der Folkwang-Universität der Künste in Essen.

Die "Tonspuren" werden unterstützt durch: