22. August 2016 19:30 Uhr

Kulturfabrik Becker&Funck, Düren

„Pour ma belle Josephine“

Musik von Beethoven und Hummel für Mandoline und Hammerflügel
Anna Torge, Historische Mandoline (4-chörig)
Gerald Hambitzer, Fortepiano

Die beiden Musiker Anna Torge und Gerald Hambitzer spielen das Programm ihrer brandneuen CD (Koproduktion mit dem WDR und CPO) bei den TonSpuren. Es handelt sich dabei um Ersteinspielungen dieses Repertoirs.
Der junge Beethoven war verliebt in die Gräfin Josephine von Clary, die Mandoline spielte. Beethovens Werke für Mandoline und Pianoforte erzählen davon und sorgen durch die Verwendung der Historischen Instrumente für besonders schöne Klangmomente. Auf dem Programm stehen Werke des 18. und frühen 19. Jahrhunderts für Mandoline und Hammerklavier. Wer die Mandoline ausschließlich mit der tremolierten, traditionellen Musik Italiens verbindet, wird an diesem Abend mit Werken von Beethoven, Hummel, Feliziano und Leone überrascht werden. Bei all diesen Werken handelt es sich um originale Stücke für diese klanglich intime, kammermusikalische Besetzung. Die mit Federkiel gespielte historische, klassische Mandoline, die an diesem Abend zu hören sein wird, erlaubt ein neues/altes Klangbild, welches mit dem des Hammerklaviers fast verschmilzt.

Programm
Ludwig van Beethoven (1770-1827) Andante con Variazioni D-Dur, WoO 44b (1796)
Sonatine c-Moll, WoO 43b (1796)
Sonatine C-Dur, WoO 44a (1796)
Adagio ma non troppo Es-Dur, WoO 43b
Rondo: Rekonstruktion aus Beethovens Skizzenbuch von Frank Löhr (Ersteinspielung)
Johann Nepomuk Hummel (1778-1837) Grande Sonata per Piano Forte con accompagnamento di Mandolino C-Dur op. 37
Porto Antonio Feliziano (1793-1863) Neuentdeckung – Ersteinspielung
Gabriele Leone (1725-1790?) Sonata II op.2 – Ersteinspielung

Anna Torge ist mehrfache Preisträgerin bei nationalen wie internationalen Wettbewerben und wurde in die von Yehudi Menuhin ins Leben gerufene Förderung Live Music Now aufgenommen.Sie studierte Mandoline und Barockmandoline bei Prof. Marga Wilden-Hüsgen.Als Solistin trat sie u.a. mit Concerto Köln, dem Bayerischen Rundfunkorchester, mit der Münchner Hofkapelle, dem Georgischen Kammerorchester und dem Stuttgarter Kammerorchester auf und arbeitete mit Dirigenten wie Dennis Russell Davies und Enoch zu Guttenberg. Ihre Konzerttätigkeit führte sie schon in die großen Musikzentren wie die Kölner Philharmonie,Musikverein Wien, Gasteig und Residenztheater München oder Théâtre de Champs Elysée. Gemeinsam mit Concerto Köln feierte sie 2015 große Erfolge bei einer Tour durch Kalifornien.Weitere Inspirationen bezog sie aus kammermusikalischen Begegnungen mit beispielsweise Ronald Brautigam, Gerald Hambitzer, Axel Wolf und Mayumi Hirsasaki. Darüber hinaus wirkte sie bei zahlreichen Projekten mit und musizierte zum Beispiel mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Dirigenten wie Mariss Jansons, Riccardo Muti und Daniel Harding.Neben ihren künstlerischen Engagements etwa bei renommierten Festspielen (u.a. in Salzburg, im Rheingau, auf Herrenchiemsee, den Ludwigsburger Schlossfestspielen, bei Kempen Klassik und dem Festival Mitte Europa) legt Anna Torge großen Wert auf ihre pädagogische Arbeit; dabei befasst sie sich auch mit der Lehrentwicklung im Instrumentalunterricht.Vielbeachtete CD-Produktionen mit Werken von Henze, Weiss, Barbella und Giuliani erschienen bei den Labels Ars Schumacher, Oehms CIassics und Naxos. Für das Jahr 2016 sind zwei CD-Neuerscheinungen geplant: im Frühsommer erscheint eine Aufnahme mit Werken von Beethoven und Hummel gemeinsam mit Gerald Hambitzer in Zusammenarbeit mit dem WDR. Ebenfalls 2016 wird die Aufnahme italienischer Kammermusik, die Anna Torge gemeinsam mit Mitgliedern u.a. von Concerto Köln im Dezember 2015 beim Deutschlandfunk eingespielt hat, erscheinen. Neben weiteren Konzerten mit Concerto Köln sind neue kammermusikalische Projekte sowie Konzerte und CD-Produktion mit der Akademie für Alte Musik Berlin geplant.

Gerald Hambitzer ist ein gefragter Solist und Kammermusiker an Cembalo, Clavichord und Fortepiano. 1957 in Bonn geboren, erhielt er zunächst eine umfassende musikalische Ausbildung mit dem künstlerischen Hauptfach Cembalo an der Hochschule für Musik in Köln. Noch während des Studiums begann seine internationale Konzerttätigkeit, vor allem als Cembalist des namhaften Barockorchesters Concerto Köln, die ihn seitdem in alle Musikzentren Europas sowie auf Gastspielreisen nach Algerien, Indien, Südostasien und Amerika führte. Er ist ständiger Gast bei verschiedenen Rundfunkanstalten und hat inzwischen bei mehr als 70 CD-Produktionen für die Label Capriccio, Harmonia mundi France, Sony Classical Naxos und Teldec Classics International mitgewirkt. Seine Einspielungen als Solist in Cembalokonzerten von J. S. Bach, C. Ph. E. Bach und F. Durante haben ihm internationale Anerkennung eingebracht. Darüber hinaus gilt sein besonderes Interesse dem Clavichord, dem er eine CD-Einspielung auf einem Historischen Instrument von 1756 widmete.
1999 wurde Gerald Hambitzer als Professor sowie Leiter des Instituts für Alte Musik an die Hochschule für Musik und Tanz Köln berufen und unterrichtet die Fächer historische Tasteninstrumente, Fortepiano, Generalbaßpraxis und Kammermusik.

Die "Tonspuren" werden unterstützt durch: